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Das Weg-Wort - Werktagsgedanken aus der Bahnhofkirche Zürich
 

Thanksgiving

Wegwort vom 23. November 2017

Thanksgiving ist in den Vereinigten Staaten das wichtigste Familienfest im Jahreskreis, außerdem werden von vielen Familien auch Freunde oder andere Gäste eingeladen. In seinem Mittelpunkt steht eine große Mahlzeit, meist wird ein gefüllter, gebratener Truthahn gegessen.

Das Thanksgiving-Essen wird oft von einem Dankgebet begleitet, oder jeder sagt der Reihe nach, wofür man in diesem Jahr besonders dankbar ist. Solche Bräuche variieren stark von Familie zu Familie oder dem jeweiligen Freundeskreis. Im Weißen Haus hat sich die National „Thanksgiving Turkey Presentation » etabliert, bei der die Industrieverbände alljährlich dem Präsidenten einen Truthahn überreichen, den die Präsidenten seit den 1990ern üblicherweise „begnadigen“; das Tier wird nicht geschlachtet.
Danksagung für alles Gute, was uns geschenkt wurde im vergangenen Jahr ist ein schöner Brauch, unserem Erntedankfest ähnlich. Die „Begnadigung“ des Truthahns in einem Land, in dem noch die Todesstrafe für Menschen herrscht, befremdet mich. Wo sind die Prioritäten? Mensch oder Tier? Das Tier wird nicht begnadigt weil man sein Leben retten will, es wird begnadigt weil es zur „Show“ geworden ist.
Ich will nicht mit dem Finger auf andere Länder mit anderen Sitten zeigen. Fragen wir uns selber einmal ernsthaft, was an unseren Bräuchen inhaltsleer geworden ist. Dass ein Grossverteiler aus Versehen bereits im Oktober Ostereier und Ostergras im Sortiment hat ist dafür - auch wenn es ein Irrtum war – nur ein Beispiel. Advent und Fastenzeit werden kaum mehr als Vorbereitung auf Weihnachten und Ostern angesehen, sondern sind vorgezogene und verlängerte Festzeiten. Zeichen werden leer, wenn die Realität dahinter nicht stimmt. Einen Truthahn begnadigen und Menschen in den Tod schicken passt für mich da einfach nicht ganz zusammen. Aber eben: andere Länder, andere Sitten.

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Geändert: 23.11.2017
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