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Das Weg-Wort - Werktagsgedanken aus der Bahnhofkirche Zürich
 

Spuren im Sand

Wegwort vom 19. Oktober 2017

Sie haben sicher schon eine Vorstellung von der kleinen Geschichte, von diesem Traum, der auch für mich so tröstlich ist. Auch wenn ich über 100 Kilogramm wiege, das Gefühl in der Not getragen zu werden tut unendlich wohl.

Einfach ein Traum, sagen Sie. Der hat doch nichts mit der Realität zu tun. Er verschleiert doch nur den Blick auf sie. Sind Sie da ganz sicher? Ist es nicht eher umgekehrt, dass unsere Geschichten, unsere Träume gleichsam der Boden sind für die Art, wie wir unsere Umgebung wahrnehmen, wahrnehmen wollen und wie wir sie gestalten.
Als 10-12 Jähriger habe ich den Roman Ivanhoe von Sir Walter Scott geliebt, die Geschichten von Ivanhoe und Robin Hood. Sie waren meine Vorbilder und nach ihnen habe ich auch mein Leben ausgerichtet. "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" - Goethes humanistisches Bekenntnis. Als Jugendlicher haben mich die kitschig amerikanischen Westernhelden, die so heroisch für Recht und Ordnung, gegen die Übermacht des Geldes und gegen Ungerechtigkeit sich einsetzten, begeistert.

In ihnen habe ich die Verwirklichung von Gerechtigkeit in einer ungerechten Welt gesehen. Später musste ich mich ganz deutlich von jeglicher gewaltsamen Problemlösung distanzieren und der Weg des Nazareners hat mich genauso gepackt wie derjenige von Mahatma Ghandi. Waffen taugen nicht zur Problemlösung - so musste ich mich auch von meinen Westernhelden John Wayne und Clint Eastwood verabschieden und bin froh, dass mich die Geschichte des Nazareners weiterträgt.
Es ist dieser Traum, der mich prägt, es ist diese Geschichte, nach der ich mich ausrichte und sie prägt: meine Weltsicht, mein Handeln, meine persönliche Einstellung, aber auch meine politische - letztlich prägt sie auch meinen Glauben.
Darum: Spuren im Sand sind mehr als nur Spuren im Sand.

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Geändert: 19.10.2017
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