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Das Weg-Wort - Werktagsgedanken aus der Bahnhofkirche Zürich
 

Miroir Miroir

Wegwort vom 23.Juni 2017

So der Titel der aktuellen Ausstellung des mudac (musée de design et d'arts appliqués contemporains) in Genf. Ich reagiere auf eine kurze Nachricht in den Medien: Der Spiegel, unser Ich und unsere Zeit. Das lässt mich fantasieren.

Traurig macht mich unsere Zeit, weil mit dem Handy und dem Spiegel uns kaum mehr bleibt oder kaum mehr geschenkt wird, als schon Narziss in der griechischen Sagenwelt vor Hunderten von Jahren entdeckt hat. Er hat sich ja in sein Spiegelbild verliebt, sosehr, dass er darin eingetaucht und ertrunken ist. Tot war er, aber er hat wenigstens als Namensgeber seiner tödlichen Krankheit überlebt: Narzissmus.

Wie steht's mit uns? Wie gehen wir damit um? Ich habe versucht dieses Verhältnis von Spiegel, Ich und unserer Zeit um eine weitere Dimension zu ergänzen:
Wir sind noch nahe an der Zeit der Konfirmationen. Da wird ein Gottesdienst gefeiert, die Jungen werden konfirmiert und erhalten ein Bild und ihren Konf-Spruch, der sie ein Leben lang begleiten soll. Tut er das auch? Nur noch bei wenigen. Mit einem Glaser habe ich die Frage diskutiert: Wie können wir vermehrt erreichen, dass der Konfspruch zu einem Teil des Lebens wird und nicht in einer Schublade verstaubt.

Die Idee war zu kombinieren. Ein Spiegel, unser Ich, das hoffentlich immer wieder dreinschaut und der Konfirmandenspruch. Die Oberfläche des Spiegels wurde so aufgeraut, dass das Wort aus der Bibel sichtbar wurde. So begegnen die jungen Menschen, wenn sie sich im Spiegel betrachten, nicht mehr nur sich selbst, sondern auch dem Wort Gottes. Sie sehen mehr als der Narziss je zu sehen bekam.

Bei jedem Blick ist es da, einfach so -selbstverständlich und schlicht begleitet es uns und verhindert so, dass ich ausschliesslich mich sehe und nichts anderes. Ich sehe mehr, begegne dem Göttlichen, gerade, wo es scheinbar nur mich gibt.

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Geändert: 23.06.2017
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