Kinder

Wegwort vom 11. August 2017

In einer Zeitschrift war zu lesen, dass in Deutschland fast jedes dritte Kind sich von seinen Eltern nicht beachtet fühlt. Diese Kinder finden zu wenig oder gar keine Aufmerksamkeit von den Eltern.

Kaum zu glauben, denk ich, das kann doch nicht sein. Unsere Gesellschaft tut doch alles für Kinder. Und doch: Viele der gefragten Kinder werden von den Eltern nicht gefragt, wie der Tag war und fast dreiviertel der befragten Kinder sagen, sie hätten das Gefühl, dass ihre Eltern sich nicht wirklich gern mit ihnen beschäftigen.

Was wäre dann eine angemessene Achtsamkeit, welche Eltern nicht überfordert und Kindern gerecht wird? Vielleicht müsste man die Frage anders stellen: nicht was braucht das Kind, sondern wie fördere ich das Vertrauen und die Lebenszufriedenheit des Kindes. Und das ist dann zugegeben etwas komplizierter als materielle Bedürfnisse zu befriedigen.
Vertrauen wächst, wenn mir etwas zugetraut wird, wenn ein Kind erfährt, dass es etwas kann. Kinder brauchen ein wohlwollendes gegenüber, das aufmerksam ist auf ihre Stärken und Schwächen. Lebenszufriedenheit beim Kind entsteht, wenn es sich geborgen und angenommen fühlt. Auch dies ist nicht per Mausklick zu haben, sondern muss gemeinsam geübt werden.
Ich musste schmunzeln, als mir vor kurzem eine Mutter etwas frustriert erzählte, sie wollte ihren Kindern ein neues Computerspiel kaufen, diese hätten aber abgelehnt mit den Worten: „Wenn du ein neues Computerspiel willst, kauf es dir selber, aber nimm nicht uns zum Vorwand, wir wollen dieses Spiel nicht.“

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