Nähe und Distanz

Wegwort vom 13. September 2017

Die Welt wird immer kleiner. Nicht nur, weil wir die Erde „aussaugen“ und die Ressourcen ausschöpfen. Seit der Erfindung des Velos (vor 200 Jahren) sind die Menschen mobiler geworden. Wir pendeln zur Arbeit, wir reisen oder fliegen in die Ferien. Wir treffen Freunde nicht mehr nur im eigenen Dorf. Unsere Familie und unsere Freunde sind über die ganze Welt verstreut. Die Tochter studiert in Paris, der Sohn ist in einem Austauschjahr in Sydney, Die beste Freundin besucht die Sprachschule in Kapstadt, und den Einkauf erledigen unsere Nachbarn im nahen Ausland.

Die Welt ist ein Dorf geworden.

So kann es geschehen, dass ich jemanden kennen lerne, den meine Freundin, die in Zürich wohnt, im Jura getroffen hat. Am Ende stellt sich heraus, dass wir uns schon kennen. Wir sind im gleichen Jahr im selben Schulhaus zur Schule gegangen, haben uns aber aus den Augen verloren.

Meine Mutter hat mir auf meine Reise diesen Spruch mitgegeben:

„Distanz ist relativ, Nähe Sache des Herzens! Wir bleiben uns nah!“

Die flinken Kommunikationsmittel und die Nähe, die wir dank Flugzeug und schnellsten Zugsverbindungen gewonnen haben, lassen uns oft die Nähe der Herzen vergessen. Diese Nähe ist wertvoll und hält über den Tod hinaus!

© Bahnhofkirche
www.bahnhofkirche.ch
Hauptbahnhof Zürich.
Evangelisch-reformierte und Römisch-katholische Kirche.