Digital

Wegwort vom 7. Dezember

Lange wurde aufgebaut in der grossen Halle hier am Hauptbahnhof, damit der Digitaltag (am 21.11.) rechtzeitig stattfinden konnte. Neuigkeiten wurden vorgestellt und präsentiert. Ich staunte! Ja, ich bin alt. Ich bin noch im Analog-Zeitalter geboren. Ich bin ein „Digitalimigrant“, wie man so schön sagt.

Am Digitaltag höre ich am Morgen vor 6:00 Uhr schon Radio. Der Moderator macht eine Ansage für ein Lied. Dazu gibt er den Hinweis, dass Roboter keine Gefühle haben.
Ja, bei allem Staunen über Fortschritt und Technik: Emotionen, Empathie und Menschlichkeit gibt es bei den Robotern nicht.
Die digitale Welt hat eine grosse Faszination. Sachen werden möglich, die ich mir kaum erträumen kann. Ist das Zauberei? Oder lässt sich Zauberei damit erklären?

Während oben in der grossen Halle sich alles um den Digitaltag dreht, geht es bei uns hier in der Bahnhofkirche um Stille und Ruhe. Menschen suchen die Kapelle und uns Seelsorgende, um Menschlichkeit, Mitgefühl und ein Gespräch von Mensch zu Mensch zu finden.

Es liegt mir fern, das eine gegen das andere auszuspielen. Der digitale Fortschritt ist faszinierend. Vieles wird möglich, was vor kurzem noch undenkbar schien. Wie es den Fortschritt braucht, so braucht es die Menschlichkeit, es wird sie immer brauchen.

Wie geht es Ihnen mit der digitalisierten Welt? Nutzen Sie die Fortschritte? Und Ihr Mitmenschsein? Können Sie dies im Beruf und im Privatleben verwirklichen? Geniessen Sie Ihre Sinne und Gefühle?
Frohes Nachsinnen über Digitalisierung und Fortschritte, in einer hoffentlich immer menschlicher werdenden Welt.

© Bahnhofkirche
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Hauptbahnhof Zürich.
Evangelisch-reformierte und Römisch-katholische Kirche.