Hören ist so eine Sache

Wegwort vom 12. Juli 2018

Sind Konfirmandensprüche veraltet? Sind so Worte auf den Weg des Lebens nicht mehr in? Sie werden uns einmal gesagt und einmal ist kein Mal. Sie sind leicht gesagt und können ebenso leicht von der Geschäftigkeit des Lebens zugedeckt werden.

Wir leben ja von der Wiederholung, von Sommer zu Herbst zu Winter zu Frühling und wieder von vorne. Einmal gesagt ist nichts, einmal gehört noch weniger. Da unterscheidet sich unsere Kopfhörer-Welt kaum von früheren Zeiten: Denn wer nicht hören will, hört zu jeder Zeit schon nichts.
Hören wir, was uns gesagt ist? Im ersten Testament finden wir das Sch'ma Jisrael - Höre Israel, durch das zweite Testament Kinder des einen Gottes geworden, darf es auch uns Christen gelten: Hören wir, was da gesagt, gerufen, gefleht, gebeten und geboten wird (5. Mose 6,4ff):
"Höre, Israel: Der Ewige, unser Gott, ist der Einzige. Und du sollst den Ewigen, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit deiner ganzen Kraft.
Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen in deinem Herzen bleiben, und du sollst sie deinen Kindern einschärfen, und du sollst davon reden, wenn du in deinem Haus sitzt und wenn du auf dem Weg gehst, wenn du dich niederlegst und wenn du dich erhebst. Du sollst sie als Zeichen auf deine Hand binden und sie als Merkzeichen auf der Stirn tragen, und du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses schreiben und an deine Tore."
Hören wir, was uns gesagt ist? Hören wir, was nicht zu unserm Schaden uns gesagt ist. Hören wir es? Hören wir überhaupt noch andere? Oder hören wir noch uns? Uns selbst, was wir sagen und wie wir reden? Erinnern wir uns noch an die letzten Tage: Was haben wir alles zu hören bekommen, vielleicht auch selbst gesagt, als die deutsche Fussballelf frühzeitig ausgeschieden war? War das zum Guten?
Wir sollen hören, was uns gesagt ist und daraus unsern Glauben und unser Leben gestalten.

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