Lueget nöd ume, die Angst geht um

Wegwort vom 14. September 2018

Die Angst - ich kann mit ihr nicht so eloquent umgehen wie Kurt Marti oder Silja Walter. Ich kann sie auch schlecht umgehen, weil sie sich immer wieder reinschleicht in mein Leben. Manchmal weiss ich nicht, woher sie kommt und wie sie ein Schlupfloch ins Innere meines Herzens gefunden hat.

Sie ist jedenfalls immer wieder da. Silja Walter hat in diesem Zusammenhang vom Tagesbefehl Gottes geschrieben: "Fürchte dich nicht", in unserer Mundart "Heb kein Angscht". Er soll 365 Mal in der Bibel stehen und zusätzlich einmal für den Schalttag.

Fürchte Dich nicht - Heb kein Angscht, weil Christus in diese Welt geboren wurde. Er nimmt uns die Angst und auch die Angst vor der Angst, schreibt sie. Mit dem Blick auf diese liebevoll klare und deutliche Gestalt, müssten wir uns vor niemandem fürchten, vor niemandem Angst haben.
Geborgen in seiner Liebe kann uns immer noch alles passieren, alles zustossen. Aber nichts und niemand kann uns aus dieser grossen Zuwendung herausreissen.

Das gibt uns eine Sicherheit, mit der wir alles und jedes auf dieser Welt mit einer gewissen Ruhe und Gelassenheit anschauen könnten. Und nicht nur anschauen, wir könnten auch mit Ruhe und Gelassenheit Kritik anbringen, hinterfragen, zurückweisen und zur Rede stellen.
Angst ist kein guter Ratgeber, sie macht auch unsern Blick eng und enger und unsere Herzen fliegen dem zu, der die einfachsten Lösungen mundgerecht zu präsentieren weiss. Es sind die Bissen, mit denen die Angst in uns gefüttert wird.
Ich kann niemanden davor bewahren, wenn sie oder er Angst hat oder haben will und auf dieser Schiene weiterfahren will, es hilft jedoch seinen Blick auf anderes zu richten.

© Bahnhofkirche
www.bahnhofkirche.ch
Hauptbahnhof Zürich.
Evangelisch-reformierte und Römisch-katholische Kirche.