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Begegnung

Wegwort vom 10. Januar 2018

Ein junges Paar aus Ecuador kommt in die Bahnhofkirche. Er ist Auslandschweizer. Seine Familie ist vor zwei Generationen nach Lateinamerika ausgewandert. Er war schon während des Studiums für ein paar Semester in der Schweiz. Nun zeigt er seiner Frau zum ersten Mal das Land seiner Herkunft.

Wir sind uns gleich sympathisch und kommen gut ins Gespräch. Er möchte von mir noch ein paar Tipps zu dem, was er in Zürich seiner Frau zeigen könnte. Als wir uns verabschieden wollen, zeigt seine Frau auf mein Namensschild und meint: «Schau mal, er hat denselben Nachnamen wie Du!» Bis jetzt ist ihm das noch gar nicht aufgefallen. Er fragt mich nach meinem Heimatort, und wir stellen fest, dass wir aus demselben kleinen Dorf aus dem Baselbiet stammen. Diese Entdeckung führt dazu, dass wir uns nochmals hinsetzen und angeregt weiterreden. Per Zufall habe ich sogar ein Exemplar der Familiengeschichte dabei, die meine Grossmutter aufgeschrieben hat. Wir schauen uns die Fotos dazu an.

Eine solche Begegnung ist ein Geschenk. Sie erfüllt mich mit Freude. Es freut mich, dass gerade ich an diesem Tag zur Arbeit eingeteilt war und nicht sonst jemand aus unserem Team. Bei dieser Begegnung ging es nicht um ernste Themen. Sie hatte etwas Leichtes und Unbeschwertes. Aber ich erlebe, dass auch bei schwierigen und belastenden Gesprächen die gleiche Freude aufstrahlen kann. Nämlich dann, wenn wir gemeinsam spüren, dass eine Nähe da ist und Verständnis möglich ist.

Wann wird aus Nacht ein neuer Tag?
Nicht dann, wenn du einen Baum von einem Haus unterscheiden kannst.
Auch nicht dann, wenn du einen Hund von einer Katze unterscheiden kannst.
Wenn du den Menschen vor dir siehst und darin deine Schwester oder deinen Bruder erkennst, dann ist heller Tag geworden.

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Hauptbahnhof Zürich.
Evangelisch-reformierte und Römisch-katholische Kirche. Impressum

Geändert: 10.01.2018
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