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Zugabe

Wegwort vom 8. Oktober 2018

Gestern, am Erntedanksonntag, saßen wir in einer Gartenwirtschaft unter Kastanienbäumen. Ein Windstoß fuhr durch die Bäume und die Früchte regnete es in den Kies und auf unseren Tisch.

Andere Früchte, die uns der Sommer und Herbst bescheren, essen wir, sie dienen der Vitaminzufuhr, wir brauchen sie für eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Kastanien können wir nicht essen und brauchen oder müssen sie nicht verarbeiten. Trotzdem sammeln wir sie, wir fühlen die glatte Schale, wir stecken sie in die Taschen um sie Kindern oder Enkelkindern mitzubringen, wir legen sie zusammen mit ihrer stacheligen Hülle als Dekoration aus oder basteln damit. Die braun glänzenden Früchte der Rosskastanie sind eine Zugabe des Herbstes, ein kleines, schönes Extra das keinem höheren Zweck dient. Sie bereiten uns einfach Freude.

Als mein Patenkind getauft wurde, hat der Pfarrer gesagt: «Der kleine Ivan hat schon alles, was er zum Leben braucht: Eltern und Geschwister die ihn lieben, Freunde und Freundinnen, Essen und Kleidung, eine schöne Welt. Später wird er zur Schule gehen. Er wird lernen und groß werden. Er wird, Geschenke bekommen. All diese Dinge reichen um gut leben zu können. Mit der Taufe bekommt er etwas dazu, was er sonst nicht hätte.»

Auf den Vater, Sohn und Heiligen Geist getauft werden, mit Gott in Verbindung gebracht werden, verspricht nicht die noch bessere Variante eines Lebens, das gut ist, sondern Zugabe, Freude, das Extra, das sonst nirgends Erhältliche.

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Geändert: 08.10.2018
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