Das Wegwort im Mail-Abo:



abonnieren
abbestellen

Feindesliebe

Wegwort vom 11. Oktober 2018

Ja manchmal gehen sie einem ganz schön auf den Wecker, die lieben Mitmenschen. In Familie, Schule oder Arbeitsplatz. Im Strassenverkehr, im Tram oder Zug. Sie sind überall, die Menschen, die in mir eine Saite anklingen lassen, die ich lieber nicht wahrnehme.

Was kann in einem solchen Moment helfen, wenn ich kurz vor dem Durchstarten bin? Wenn es mir gelingt Abstand zu nehmen zum Beispiel. Ich muss ja nicht am anderen arbeiten, nur an mir selber. Wenn ich mich aber auf den nervigen Mitmenschen fixiere, gelingt das nicht.
Noch schwieriger ist in einem solchen Moment die biblische Feindesliebe, was immer das heisst. Eines aber ist sicher: Jedes mit Gewalt und Aggression vermischte Urteilen sollten wir aufgeben, es nützt auch nichts. Ich kann einen Menschen auch respektieren, wenn ich sein Handeln nicht gut heisse, nicht für richtig halte. Der Respekt ist, was zählt. Die eigene Klarheit muss ich dabei nicht aufgeben.
Und ja, vielleicht gelingt es mir ja irgendwann auch, für diesen Menschen zu beten, oder ihn wenigstens in mein Beten einzuschliessen, mit all meinem
Hadern und meinen Verletzungen. Auch ich bin ja darauf angewiesen, dass andere mit mir Geduld haben, mich so sehen, wie Gott mich geschaffen hat und nicht nur meine Fehler vor Augen haben.
Wir alle sind die Armen, die immer wieder Barmherzigkeit nötig haben – von Gott und den Mitmenschen.

  Druckerfreundliche Version

Hauptbahnhof Zürich.
Evangelisch-reformierte und Römisch-katholische Kirche. Impressum

Geändert: 11.10.2018
Feedback · Webmaster