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Hoffnung

Wegwort vom 12. Oktober 2018

Wie gehe ich damit um, wenn meine Gebete nicht erhört werden? Diese Frage beschäftigt mich immer und immer wieder. Sie beschäftigt mich besonders dann, wenn es nicht meine Frage ist, sondern die von Menschen aus meiner Umgebung: Warum hilft er nicht, warum greift er nicht ein? Ein Text von Fulbert Steffensky hat mich durchgerüttelt, auf den Kopf gestellt und dann auch wieder auf die Füsse. Es ist ein Auszug aus seiner Rede am 11. Juni 2016 auf dem 7. Ostfriesischen Kirchentag in Rhauderfehn, gefunden in GottesdienstPraxis IV, Band 4, Gütersloh 2018, Seite 87f:

"Wenn wir Christen von Hoffnung sprechen, darf man uns nicht vorwerfen können, wir seien Leute, die nicht so genau hinschauen … Vielleicht wird unsere Sprache auch reiner, glaubhafter und hörbarer, wenn sie nicht einfach über das Leben gleitet, sondern sich reibt an allem, was ihr entgegensteht. Hoffnung lernen, heißt auch Illusionen verlernen, auch die Illusionen über Gott … Unsere Hoffnung stellt Gott die Frage:
Wann kommst du? Unsere Hoffnung drängt Gott, endlich Gott zu sein. An Gott glauben, heißt auch, an Gott leiden; leiden an seiner Dunkelheit und an seiner Unverstehbarkeit.

Gott zu vermissen, gehört zu unserem erwachsenen Gottesglauben … Es garantiert uns keiner, dass das Leben auf der Erde in absehbarer Zeit nicht kollabiert, auch kein Regenbogen. Aber wir können tun, als hofften wir. Hoffen lernt man auch dadurch, dass man handelt, als sei Rettung möglich. Hoffnung garantiert keinen guten Ausgang der Dinge. Hoffen heißt, darauf vertrauen, dass es sinnvoll ist, was wir tun."

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Geändert: 12.10.2018
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