Email address protected by JavaScripthttps://bahnhofkirche.ch/wp-admin/admin.php?page=wpcode-snippet-manager

15 Uhr

Bildquelle: pexels

Heute, am 10. April, begeht die orthodoxe Kirche den Karfreitag. Für alle anderen Christinnen und Christen ist dies eine Gelegenheit, sich im Gebet und im Innehalten mit der orthodoxen Kirche zu verbinden.

Besondere Bedeutung hat die Stunde um 15 Uhr. Sie erinnert an den Todeszeitpunkt Jesu am Kreuz und verweist auf seine letzte Hingabe. Diese Stunde ist in allen christlichen Traditionen ein zentraler Moment des Gedenkens. Das gemeinsame Innehalten und Mitgehen – wo auch immer wir zu diesem Zeitpunkt sind – kann konfessionsübergreifend verstanden werden. Es braucht in diesem Moment keine gemeinsame Liturgie. Es genügt, sich einen Augenblick lang aus dem Alltag heraus zu nehmen und sich innerlich auf Jesus auszurichten. Warum nicht dafür den Wecker im Smartphone auf 15 Uhr stellen?

Der Karfreitag macht deutlich, dass Gott dem Menschen auch im Leiden nahe bleibt. Beziehung wird nicht abgebrochen, weder durch Scheitern noch durch Tod. Gerade in der Stunde der Ohnmacht bleibt Gott gegenwärtig.

Das bewusste Innehalten am orthodoxen Karfreitag kann so zu einem Zeichen christlicher Verbundenheit werden. Nicht durch Gleichförmigkeit, sondern durch gemeinsame Ausrichtung auf das Wesentliche. Auf Gott am Kreuz. Auf das Vertrauen, dass Leid und Tod nicht das letzte Wort haben.

Gott, es ist still. Wir schauen auf das Kreuz, auf das Verstummen und die Verlassenheit. Du kennst unsere eigenen dunklen Stunden, unsere Ängste und unser Versagen. Wir danken dir, dass du kein ferner Gott bist, sondern uns gerade dort nahe bist, wo es weh tut. Danke, dass du unser Kreuz mitträgst. Schenke uns in der Stille dieses Moments den Mut, neu zu vertrauen, und die Kraft, Vergebung zu leben. Amen. (Verfasser unbekannt)