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Alle acht Minuten

Iran, Libanon, Gaza, Ukraine… Die Welt ist voller Kriege.
Kriege sind nicht vorbei, wenn ein Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen ausgehandelt worden ist. Ihr Schrecken wirkt weiter, über Jahrzehnte.

Das asiatische Land Laos wurde in den 1960er-Jahren in die Wirren des Vietnamkrieges hineingezogen. Weil das kommunistische Nordvietnam Strassen und Pfade durch den dichten Regenwald in Laos nutzte, um Nachschub an die Kriegsfront im Süden zu liefern, bombardierten die USA das neutrale Land massiv. Man hat ausgerechnet, dass von 1964 bis 1973 im Schnitt alle acht Minuten eine amerikanische Bombe niederging.
Die Auswirkungen sieht und spürt man bis heute. Es gibt kaum Familien, die keine Angehörigen verloren haben. Die – oft verdrängten – Traumatisierungen sind immens. Etliche Bombenkrater zeichnen gewisse Landschaftsstriche bis heute. 25% aller Ortschaften sind durch Minen und nicht gezündete Sprengkörper von Streubomben kontaminiert. Dadurch wurden seit Kriegsende über 50‘000 Menschen getötet oder bleibend verletzt.

Diese allgegenwärtige Gefahr auch 50 Jahre nach dem Krieg hat gravierende Konsequenzen: Landwirtschaft ist nur begrenzt möglich, und für Investor:innen ist Laos nicht attraktiv. So ist die Wachstumsrate deutlich geringer als in den Nachbarländern. Laos gilt als eines der ärmsten Länder in Südostasien.

Im Dezember letzten Jahres hat das Schweizer Parlament das Kriegsmaterialgesetz gelockert. Künftig können Rüstungsbetriebe auch Waffen an Länder verkaufen, die sich in kriegerischen Auseinandersetzungen befinden. Ebenso fällt das Weitergabeverbot weg. Länder, die Waffen aus der Schweiz gekauft haben, können diese an andere Staaten weiterverkaufen – auch an solche, die sich im Krieg befinden.
Was die Konsequenzen solcher Politik sind, wird am Beispiel von Laos deutlich. Man macht sich mitschuldig am Leid und Tod tausender Menschen. Das ist zynisch.

Abb: Bombenkrater, Provinz Xiengkhouang, Laos, 2026. Foto: Privat