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Alles auf einmal

Ich treibe im Fluss. Ich liege im Wasser wie auf einer Matratze: Die Arme zur Seite ausgestreckt, das Gesicht dem Himmel zugewandt. Ich spüre die unsägliche Hitze von oben, aber der grösste Teil meines Körpers befindet sich in diesem kostbar kühlen Nass. Der klebrige Schweiss jetzt abgewaschen. Wellen schaukeln mich. Vom Wasser getragen gleite ich durch die Landschaft. Es ist wie Schweben, leicht und verspielt. Dazu höre ich unter mir das Knistern der Kieselsteine, die am Grund des Flusses durcheinanderpurzeln.
Und ich sehe das warme Blau des Himmels, Grün von Bäumen und Sträuchern in vielen Schattierungen.
All dies geschieht gleichzeitig. Eine Symphonie der Sinneseindrücke. Fast zu viel für mein müdes Hirn. Fast Euphorie. Ein Purzelbaum an Glück.
Ich nehme mich so intensiv wahr wie sonst kaum.

«Hinten und vorne hältst du mich umschlossen, Gott, und deine Hand hast du auf mich gelegt. Zu wunderbar ist es für mich, dies zu erkennen, zu hoch, ich kann es nicht fassen.»   Psalm 139, Verse 5 und 6
(mb)

Abb: Limmatschwimmen 2011 in Zürich. Foto: Störfix. Wikimedia Commons