Aprilscherz
Heute, am 1. April, sollten Sie gut aufpassen, wenn Sie Nachrichten hören, in der Zeitung lesen, oder einen Menschen treffen, der eine wundersame Geschichte zum Besten gibt. Nicht, dass Sie in den April geschickt werden. Woher der Brauch stammt, ist nicht ganz klar. Dazu gibt es verschiedene Theorien. Jedoch weiss man, dass er über 400 Jahre alt ist, da die Redensart «jemanden in den April schicken» erstmals 1618 in Bayern dokumentiert wurde. Als Kind hatte ich eine grosse Freude daran, andere reinzulegen und am Ende das erlösende «April, April!» zu rufen. Heute ist das anders. Für mich haben Aprilscherze inzwischen einen bitteren Beigeschmack, weil sie mich an ein grosses Problem erinnern, das wir als Gesellschaft haben: «Fake News» nämlich; also falsche oder irreführende Informationen, die bewusst und mit manipulativer Absicht gestreut werden und die kaum mehr von authentischen Nachrichten zu unterscheiden sind.
Im christlichen Glauben nimmt der Anspruch, wahrhaftig zu leben, eine hohe Bedeutung ein. Wahrhaftigkeit meint dabei eine innere Haltung, die das Bestreben nach Wahrheit beschreibt. Und das betrifft das Denken, Reden und Handeln gleichermassen. Das eigene Gewissen dient dabei als so etwas wie ein Kompass. In einer Welt, in der die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge, Aufrichtigkeit und Heuchelei immer mehr zu verschwimmen droht, braucht es mehr denn je wahrhaftige Menschen. Auch wenn das freilich kein einfaches Unterfangen ist, sondern Lebensaufgabe bleibt. Doch – glaubt man dem Beter in Psalm 15 – es lohnt sich: HERR, wer darf Gast sein in deinem Zelt, wer darf weilen auf deinem heiligen Berg? Der makellos lebt und das Rechte tut, der von Herzen die Wahrheit sagt, der mit seiner Zunge nicht verleumdet hat, der seinem Nächsten nichts Böses tat und keine Schmach auf seinen Nachbarn gehäuft hat. (Ps15,1-3)
