Ausgrenzung tut weh

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Immer wieder rede ich mit Menschen, die einsam sind. Ich kann gut nachvollziehen, dass es richtig weh tut, sich nicht zugehörig zu fühlen. Wissenschaftler konnten in einer eindrücklichen Untersuchung beweisen, dass diese Gefühle einen bestimmten Grund haben. Denn sozialer Ausschluss provoziert Schmerz. In einem Versuch mussten Menschen zu dritt ein einfaches Computerspiel spielen, bei dem sich die Probanden einen Ball hin und her warfen. Dann plötzlich wurde einer nicht mehr mit eingebunden, während die anderen beiden unbeirrt weiterspielten. Das Gehirn der ausgeschlossenen Personen wurde dabei im MRT beobachtet. Die Forscher stellten etwas sehr Erstaunliches fest: im Gehirn des Probanden waren dieselben Areale aktiv wie bei körperlichem Schmerz. Unser Gehirn macht offenbar keinen großen Unterschied zwischen körperlicher und seelischer Verletzung.

Jesus brauchte diese Untersuchung nicht, um zu erkennen, wie sehr Ablehnung Menschen weh tut. Er hat sich immer wieder dezidiert jenen zugewandt, die ausgegrenzt, verletzt und übersehen wurden. Dazu gehörten kranke und aussätzige Menschen, Zöllner, Kinder, oder Frauen am Rande der Gesellschaft. Er hat dem Schmerz der Einsamkeit, der Ablehnung und dem Nicht-gesehen-Werden Liebe und Aufmerksamkeit entgegengesetzt und so den Schmerz in ganz vielen Menschen geheilt.

Die wissenschaftliche Untersuchung erinnert uns daran, dass wir alle – jeder und jede von uns – die Macht haben, das Leid der Menschen zu mindern, die unter ihrer Einsamkeit leiden. Es kann ganz einfach sein: manchmal genügt schon ein Lächeln, ein freundliches Wort, eine Einladung zu einem Kaffee, ein schönes Gespräch. Das kann heilsamer sein als manch ein Medikament.