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Ripple Effect
Stehe ich am Ufer eines Sees oder Weihers, beginne ich ganz automatisch nach handlichen flachen Steinen Ausschau zu halten, und freue mich immer wieder, wenn ich einen solchen finde und ihn über das Wasser springen lassen kann. Ist das Gewässer ganz ruhig, dann gehen von jedem Auftreffen des Steins auf der Oberfläche kreisförmige Wellen aus, und ich liebe es zu beobachten, wie sie sich immer weiter ausbreiten, wie sie ineinanderfliessen, einzigartige Muster bilden und noch bis weit hinaus zu beobachten sind. Solche Welleneffekte – in englischer Sprache als «ripple effect» bezeichnet – gibt es auch im übertragenen Sinn. Man spricht davon, wenn einzelne und an sich unspektakuläre Handlungen viel weiter…
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Sprung ins eigene Element
Ein junges Entlein steht an der Kante eines befestigten Quais und äugt hinunter auf das Wasser des Sees, welches sich in einiger Entfernung unter ihm befindet. Soll es springen oder nicht? Einerseits wird das Vögelchen vom Wasser angezogen, schliesslich ist es sein Element. Andererseits spürt man seine Unsicherheit: Was wird passieren? Wird es heil unten ankommen? Dieses Bild weckt eine alte Erinnerung, die ungefähr dreissig Jahre zurückliegt. Während einer Weiterbildung in Luzern genoss ich einen freien Nachmittag und besuchte das berühmte Löwendenkmal. Im Teich davor tummelte sich ein gutes Dutzend Entenküken mit seiner Mutter. Noch während ich die beschauliche Szene betrachtete, stieg die Mutterente aus dem Teich und setzte sich…
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Tag des Kaffees
Haben Sie heute früh schon eine Tasse Kaffee genossen? Damit dürften Sie nicht alleine sein. Im Schnitt trinken die Schweizerinnen und Schweizer nämlich zwei Tassen davon pro Tag. In der dampfenden Tasse steckt dabei jede Menge: Kaffee macht uns nicht nur wacher und kurbelt unsere Leistungsfähigkeit an. Nein, er ist darüber hinaus ein stiller Begleiter unserer Erholungspausen, unserer Gespräche mit anderen, unserer Gedanken, unserer Stille. Kaffee bringt die Verbundenheit zwischen uns Menschen zum Ausdruck. Die Bohne wächst in fernen Ländern, reift in der Sonne, wird mit Sorgfalt geerntet und überall auf der Welt verarbeitet. Viele Hände arbeiten daran. Viele Menschen, deren Mühe oft im Verborgenen bleibt. Am Tag des Kaffees…
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Ein Traum
Ein Gespräch: Was macht den Unterschied? A: Ich sehe die Blumen und geniesse die Schönheit. Ich höre den Gesang der Vögel und freue mich darüber. Ich spüre den Wind und lasse mir meine Haare zerzausen. Ich spüre die Umarmung und gebe die Zärtlichkeit zurück. Ich beisse in einen Apfel, koste den Biss und den süsssäuerlichen Geschmack. Ich bin mir bewusst, wie gut es mir geht. B: Auch ich sehe die Blumen und geniesse die Schönheit. Ich sehe das Wunder, wie aus einem Samenkorn ohne mein Zutun, dank Wasser, Sonne, Nährboden und Luft eine Pflanze wächst. Auch ich höre den Gesang der Vögel und freue mich darüber. Ich staune über die…
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Mitgefühl
An den Freitagen im September erscheinen Gastbeiträge in den Weg-Worten. Vertreterinnen und Vertreter von Religionsgemeinschaften schreiben über Aspekte ihres Glaubens und ihrer Heiligen Schriften. Der heutige Beitrag aus buddhistischer Sicht stammt von Geshe Lharampa Tenzin Jangchup, Abt des Klosters Rikon. Für das menschliche Leben ist der kostbarste Reichtum ein Herz voller Lebenskraft, Freude und Fröhlichkeit. Da ein Grossteil unserer Erfahrungen – unsere äusseren Bedingungen wie auch unsere inneren Geisteszustände – in Abhängigkeit von anderen entsteht, ist es entscheidend, dass wir dieses wechselseitige Verbundensein erkennen und wertschätzen. Wenn wir Mitgefühl und Altruismus in den Mittelpunkt unseres Lebens stellen, weiten und öffnen sich unsere Gedanken und Handlungen auf natürliche Weise. Pflegen wir…