• Friedenswille

    Vor genau 80 Jahren trat die Charta der Vereinten Nationen in Kraft, die zuvor von Vertretern von 51 Staaten unterzeichnet worden war. Die Welt hatte die verheerenden Folgen des gerade beendeten 2. Weltkriegs vor Augen, der Slogan «Nie wieder Krieg!» war in aller Munde und in diesem Geist wurde die Charta formuliert. Über die ideologischen Differenzen hinweg bekannten sich die Gründungsmitglieder dazu, Interessen zukünftig auf der Basis von gewaltfreiem Verhandeln zu verfolgen. Heute zählen die Vereinten Nationen 193 Mitgliedsstaaten und die UNO ist mit Generalversammlung, Sicherheitsrat, Wirtschafts- und Sozialrat, Treuhandrat, Sekretariat, Internationalem Gerichtshof und 17 Sonderorganisationen zu einem riesigen Komplex herangewachsen. Hier entstanden unzählige Initiativen für Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung,…

  • Unverzeihlich?

    Erfolgloser Finanzspekulant, Zwangsarbeiter im Bergbau, Friedhofsverwalter, Bischof von Rom: All das soll gemäss den spärlichen Quellen Kallistus gewesen sein. Mitte des zweiten Jahrhunderts wurde er in einfachen Verhältnissen geboren, stand im Sklavendienst und hatte bei der Verwaltung des Vermögens seines Herren keine glückliche Hand, was ihm die Bestrafung in den Schwefelminen von Sardinien einbrachte. Dank einer einflussreichen Fürsprecherin kam er frei, wurde ein Diakon und mit der Verwaltung der christlichen Begräbnisstätten – den heute noch bekannten Calixtus-Katakomben – betraut. Das machte er offenbar so gut, dass er zum Bischof bestellt wurde und die Geschicke der christlichen Gemeinschaft in Rom für vier oder fünf Jahre leitete. Der Legende nach soll er…

  • Ripple Effect

    Stehe ich am Ufer eines Sees oder Weihers, beginne ich ganz automatisch nach handlichen flachen Steinen Ausschau zu halten, und freue mich immer wieder, wenn ich einen solchen finde und ihn über das Wasser springen lassen kann. Ist das Gewässer ganz ruhig, dann gehen von jedem Auftreffen des Steins auf der Oberfläche kreisförmige Wellen aus, und ich liebe es zu beobachten, wie sie sich immer weiter ausbreiten, wie sie ineinanderfliessen, einzigartige Muster bilden und noch bis weit hinaus zu beobachten sind. Solche Welleneffekte – in englischer Sprache als «ripple effect» bezeichnet – gibt es auch im übertragenen Sinn. Man spricht davon, wenn einzelne und an sich unspektakuläre Handlungen viel weiter…

  • Sprung ins eigene Element

    Ein junges Entlein steht an der Kante eines befestigten Quais und äugt hinunter auf das Wasser des Sees, welches sich in einiger Entfernung unter ihm befindet. Soll es springen oder nicht? Einerseits wird das Vögelchen vom Wasser angezogen, schliesslich ist es sein Element. Andererseits spürt man seine Unsicherheit: Was wird passieren? Wird es heil unten ankommen? Dieses Bild weckt eine alte Erinnerung, die ungefähr dreissig Jahre zurückliegt. Während einer Weiterbildung in Luzern genoss ich einen freien Nachmittag und besuchte das berühmte Löwendenkmal. Im Teich davor tummelte sich ein gutes Dutzend Entenküken mit seiner Mutter. Noch während ich die beschauliche Szene betrachtete, stieg die Mutterente aus dem Teich und setzte sich…

  • Tag des Kaffees

    Haben Sie heute früh schon eine Tasse Kaffee genossen? Damit dürften Sie nicht alleine sein. Im Schnitt trinken die Schweizerinnen und Schweizer nämlich zwei Tassen davon pro Tag. In der dampfenden Tasse steckt dabei jede Menge: Kaffee macht uns nicht nur wacher und kurbelt unsere Leistungsfähigkeit an. Nein, er ist darüber hinaus ein stiller Begleiter unserer Erholungspausen, unserer Gespräche mit anderen, unserer Gedanken, unserer Stille. Kaffee bringt die Verbundenheit zwischen uns Menschen zum Ausdruck. Die Bohne wächst in fernen Ländern, reift in der Sonne, wird mit Sorgfalt geerntet und überall auf der Welt verarbeitet. Viele Hände arbeiten daran. Viele Menschen, deren Mühe oft im Verborgenen bleibt. Am Tag des Kaffees…