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Wonnemonat – Würdemonat
Üppige Blütenpracht allerorten, die Bäume in Saft und Kraft, erwachte Lebensgeister, Zeit der Liebe und Romantik, für all das steht der Monat Mai, der heute beginnt und nicht umsonst als Wonnemonat gepriesen wird. Letzteres beruht womöglich auf einer Fehlinterpretation: Im achten Jahrhundert hat Karl der Grosse dem Monat den Namen «Wunnimanot» verliehen, was eigentlich Weidemonat meint, die Zeit, in der das Vieh wieder nach draussen geführt wurde. Ungeachtet dessen gilt der Mai für die meisten Menschen als der wonnevollste Monat des Jahres. Die Frühlingsfülle ist nicht der Grund für den Feiertag, der in vielen Ländern und in manchen Kantonen der Schweiz heute begangen wird. Der 1. Mai heisst «Tag der…
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Freundliche Klänge
Wer von der Sihlquai-Passage den Zürcher Hauptbahnhof in Richtung Europaplatz verlässt, die Schritte verlangsamt und genau hinlauscht, wird vermutlich ein tiefes und irgendwie beruhigendes Brummen wahrnehmen. Folgt man diesem Klang, stösst man auf ein rundliches Gebilde, das wie ein grosser bläulicher Stein aussieht. Er gehört zu einem Werk des Künstlerduos Bruce Odland und Sam Auinger und ist ein Teil der Klanginstallation mit dem Namen «Harmonic Gate». Auf dem Platz sind drei «Steine» verteilt und die Klänge sind nicht statisch, sondern werden von den Umgebungsgeräuschen, die über Mikrofone aufgenommen werden, ständig ein wenig verändert. Der Künstler Sam Auinger sagt über die Klanginstallation: «Das Kunstwerk erzählt eine andere Geschichte des Ortes und…
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Schöpferisch
«Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.» So soll der berühmte Physiker Albert Einstein gesagt haben. Wir stehen heute vor einer Reihe von menschengemachten Herausforderungen, in ökologischer, klimatischer, geopolitischer und sozialer Hinsicht. Wie können wir die ursächlichen Denkweisen überwinden und einen neuen Umgang damit finden? Die Vereinten Nationen haben den 21. April zum Welttag der Kreativität und Innovation erklärt und wollen damit das Bewusstsein für die menschliche Schöpferkraft und Erneuerungsfähigkeit stärken. Kreativität ist nicht herausragenden Persönlichkeiten vorbehalten wie Kunstschaffenden, Forscherinnen und Erfindern. Sie ist eine Eigenschaft jeder Person und lässt sich entwickeln. Bestimmte Haltungen unterstützen das Kreativsein. Ein paar seien im Folgenden genannt. Aufmerksam…
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Verschwenderisch und vergänglich
Vor meiner Wohnung befindet sich ein Magnolienbaum, der gerade noch in prächtiger Blüte stand, der ganze Baum voll mit faustgrossen weissen und teilweise zartrosa getönten Blüten. Jedes Jahr ist es dasselbe: Noch sind nicht alle Knospen aufgesprungen, da fallen die ersten Blütenblätter schon wieder ab, bald bedecken sie den Boden und werden zu einer unansehnlich bräunlichen Schicht. Der Baum setzt offensichtlich so viel Energie und Nährstoffe für das Wachstum der Blüten ein und in kürzester Zeit ist der Zauber schon wieder vorbei. Was die Natur da jährlich inszeniert, erscheint wie eine grosse Verschwendung, und die am Boden verrottenden Blütenblätter hinterlassen ein sinn- und trostloses Bild der Vergänglichkeit. Eine biblische Geschichte…
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Den Namen nennen
«Name ist Schall und Rauch» lässt Goethe in der Tragödie «Faust» den Titelhelden sagen. Der Gelehrte verweigert Gretchen einen Namen für das Göttliche, denn jede Bezeichnung greift hier zu kurz. Ganz anders in der Geschichte von Mose, der vor dem brennenden Dornbusch von Gott den Auftrag erhält, das Volk Israel aus der Knechtschaft Ägyptens herauszuführen: Der Prophet möchte wissen, mit welchem Namen er vor dem Volk von ihrem Gott sprechen soll. Namen sind in vielen Situationen von Interesse und Bedeutung. Wer im Dunkeln jemanden in der Nähe bemerkt und auf die Frage «Wer ist da?» als Antwort einen Namen erhält, wird in der Regel eine Beruhigung verspüren. Ist ein Schaden…