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Kopf(tuch)los?
Zurzeit läuft in der Schweiz wieder eine Debatte über ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen an öffentlichen Schulen. Letzten November erst hat die SVP ein solches für den Kanton Zürich gefordert. In anderen Kantonen existiert es bereits. Aber: Was ist eigentlich falsch an einem Kopftuch? Es ist ein Kleidungsstück. In unserer Gesellschaft weist es in den meisten Fällen auf einen islamischen Hintergrund hin. Mehr sagt es erst einmal nicht aus. Es ist nicht klar, ob es sich dabei um ein religiöses Bekenntnis handelt, oder ob die Frau sich einfach so kleidet, weil es zur Tradition ihrer Herkunftskultur gehört. Oder weil ihr das Kopftuch gefällt. Oft wird den betroffenen Frauen unterstellt, sie würden…
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Gott und der Krieg
Vergangene Woche hat die US-Regierung Papst Leo XIV. massiv angegriffen, weil dieser sich an Ostern gegen Krieg und für Gewaltlosigkeit ausgesprochen hatte. Seine Worte waren deutlich gegen die amerikanisch-israelischen Attacken gegen den Iran gerichtet. Vizepräsident Vance kritisierte, der Papst begreife nicht, dass es sich um einen gerechten Krieg handle, der legitim sei. Ganz unabhängig davon, ob dies stimmt oder nicht, wirft Vance eine wichtige Frage auf. Denn tatsächlich ist das Verhältnis des Christentums zum Krieg komplex. Ist Krieg aus Sicht des Glaubens immer falsch? Oder ist er manchmal nicht doch zu rechtfertigen? Z.B. für das ukrainische Volk? Oder in den 90er-Jahren, als die serbischen Nationalisten nach dem Bosnienkrieg auch Kosovo…
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Mein Herz ist bereit
„Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen.“ (Psalm 57, Vers 8) Der Mensch, der dies schreibt, fühlt sich aufs Äusserste bedroht. In den Versen vor dem oben zitierten klagt er über Nachstellungen. Es kommt ihm vor, als ob er menschenfressenden Löwen ausgeliefert wäre. Und er sagt: «Ein Netz haben sie meinen Schritten gelegt, niedergebeugt meine Seele.» Deshalb wendet er sich Gott zu. Gott ist ihm wie eine Vogelmutter, unter deren weiten Flügeln er auf Schutz und neue Sicherheit hoffen kann. (Vers 2) Und mitten in dieser Mischung aus Klage- und Hoffnungsäusserungen erscheint dann der Satz: «Mein Herz ist bereit, Gott, mein Herz ist…
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Über Farben stolpern
In über 31 Ländern gibt es die sogenannten «Stolpersteine»: Pflastersteine mit Messingbelag, die vor Hauseingängen an jüdische Menschen erinnern, die einmal dort wohnten und während der Naziherrschaft vertrieben, inhaftiert und meist auch ermordet wurden. Diese Pflastersteine sollen uns aus dem Tritt bringen. Sie sind ein in den Alltag eingefügter Störfaktor, der uns hilft, nicht zu vergessen, dass diese Verbrechen geschahen. An so vielen Orten. In der Nazizeit wurden aber nicht nur Jüd:innen verfolgt, sondern auch andere Minderheiten, wie z.B. Roma und Sinti, politisch Andersdenkende und Homosexuelle. So gibt es in München ein eigenes Denkmal für schwule und lesbische Opfer. Allerdings stolpert man hier nicht über einen Stein, sondern über Farben.…
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Alle acht Minuten
Iran, Libanon, Gaza, Ukraine… Die Welt ist voller Kriege. Kriege sind nicht vorbei, wenn ein Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen ausgehandelt worden ist. Ihr Schrecken wirkt weiter, über Jahrzehnte. Das asiatische Land Laos wurde in den 1960er-Jahren in die Wirren des Vietnamkrieges hineingezogen. Weil das kommunistische Nordvietnam Strassen und Pfade durch den dichten Regenwald in Laos nutzte, um Nachschub an die Kriegsfront im Süden zu liefern, bombardierten die USA das neutrale Land massiv. Man hat ausgerechnet, dass von 1964 bis 1973 im Schnitt alle acht Minuten eine amerikanische Bombe niederging. Die Auswirkungen sieht und spürt man bis heute. Es gibt kaum Familien, die keine Angehörigen verloren haben. Die – oft verdrängten…