Busse

Gestern feierten wir den Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag. Danken und Beten sind wohl für viele Menschen verständliche Begriffe. Aber Busse tun? Busse tun hat mit Bussen erhalten wenig zu tun. Bussen im rechtlichen Sinn sind das Gegenteil von Bussen im religiösen Sinn. Gott straft uns nicht wie eine Behörde ab, sondern vergibt uns unsere Schuld.

Doch welche Schuld ist gemeint? Unsere Schuld entsteht durch unser eigenes Verhalten oder unser Verhalten als Gemeinschaft. Durch das, was wir anderen Menschen, uns selbst oder unserer Schöpfung antun. Oder eben, was unsere Gesellschaft Schädliches in diese Welt bringt.

Unsere Schuld entsteht da, wo wir Einfluss haben. Sie entsteht, wo wir Verantwortung übernehmen könnten und es nicht tun. Wo wir nichts sagen, obwohl wir widersprechen sollten. Wo wir wegsehen, statt zu helfen. Wo wir Dinge kaufen, die wir nicht brauchen. Schuld entsteht, wo wir unsere Möglichkeiten nicht im Guten ausschöpfen.

Gottesanbeterin in Botswana; von IanUndWendy auf Wikimedia Commons

Durch unsere Busse zeigen wir Einsicht und übernehmen Verantwortung für unser Verhalten. Wir bringen unsere Schuld vor Gott. Wir tun Busse, da wo unsere Unzulänglichkeiten uns im Weg standen. Da wo wir gescheitert sind. Wir tun Busse, damit wir Kraft schöpfen und es erneut versuchen können. Und am Dank-, Buss- und Bettag tun wir dies nicht nur als einzelne Menschen, sondern auch als Gemeinschaft: miteinander, füreinander und für die Welt. (sa)