• Der Liebe zuliebe

    Ich gebe zu: Es gibt Leute, die gehen mir auf den Wecker. Nicht so Konstantin Wecker, der begnadete deutsche Liedermacher. Im Gegenteil. Sein 1977 erschienenes Lied «Heute haben’s den Willy erschlagen» war für uns Spät-68er ein Weckruf. Es handelte von Willy, einem Freund Weckers, der tatsächlich in einer Kneipe von Rechtsradikalen zu Tode geprügelt wurde. Mit seinen eindringlichen Liedern und Texten wurde er zur mahnenden Stimme einer ganzen Generation. Bis heute erhebt der bald 80-jährige seine Stimme leidenschaftlich gegen alle Formen von Krieg, Hass und Gewalt, tritt auf und ein für Frieden und Gerechtigkeit, für einen anderen Umgang der Menschen miteinander und mit der Natur, ermutigt uns an das Gute…

  • Eine Anleitung zum Glücklichsein

    Religion und Glücklichsein können zusammenhängen. Das zeigt meine Februar-Lektüre: das Predigerbuch im Alten Testament (3,10-13). Der Prediger sieht das Leid auf der Welt. Doch er sieht auch das Schöne. Er erkennt, dass alles schön ist. Zwar nicht immer. Aber zu seiner Zeit. Die Welt kann gar nicht anders sein als schön. Weil Gott sie geschaffen hat. Der Prediger sagt: Alles kommt von Gott. Wenn wir das glauben, schaffen wir die Voraussetzung für das Glücklichsein. Glücklichsein ist nicht immer möglich. Aber es ist immer möglich, dass das Glücklichsein eintrifft. Nicht so, wie wir es erwartet oder gewünscht haben. Sondern so, wie Gott es vorsieht zu seiner Zeit. Der Prediger sagt: Das…

  • Eine Sichtweise auf die Dinge

    Meldestellen für Glücksmomente? Ja, die gibt es in der Schweiz – teils seit über zwanzig Jahren. Offizielle Behörden sind es nicht, sie entstammen der Initiative des freischaffenden Journalisten, Dozenten und Soziologen Mark Ricklin. Der Ostschweizer suchte nach einem Gegenpol zu den so oft negativen und unerfreulichen Nachrichten, die tagtäglich auf uns einprasseln. In einem Interview aus dem Jahr 2019 zitiert Ricklin den französischen Autoren François Lelord: «Glück ist eine Sichtweise auf die Dinge.» Und er führt aus: «Die Dinge kann ich oft nicht ändern, die Sichtweise auf die Dinge hingegen schon. Es kann zum Beispiel helfen, sich die flüchtigen Glücksmomente aufzuschreiben und immer wieder zu vergegenwärtigen – und plötzlich wird…

  • Mut zur Liebe

    Haben Sie schon von Dragobete gehört? In der rumänischen Tradition ist es eine mythische Gestalt und zugleich das Pendant zum Valentinstag. Traditionen bergen oft einen Schatz an Weisheit, und so ist es auch mit dem, was Menschen in Rumänien am heutigen Tag begehen. Es gibt verschiedene Erklärungen dazu, wer Dragobete ist. Manche sehen ihn als lokale Gottheit, welche Menschen an die Liebe erinnert. Andere verstehen ihn als edlen Abkömmling eines Königshauses, der engelsgleich und von vielen unerkannt auf der Erde wandelt. Er gilt als Ankündiger des Frühlings und Beschützer der Vögel. Dragobetes Geburtstag am 24. Februar ist in Rumänien ein Feiertag, an dem Feste gefeiert werden und die jungen Männer…

  • Vergeben – die Bande lösen

    Es gibt eine Bande, die wir nicht sehen. Sie legt sich um das Herz, um die Erinnerung, um das eigene Bild von sich selbst. Das nicht vergeben Können. Jesus spricht erstaunlich nüchtern darüber. Er sagt nicht: Vergebung ist leicht. Er sagt auch nicht: Vergebung ist ein Gefühl. Er sagt: Lass los. Und er weiss, was es kostet – denn er war selber damit konfrontiert. Am Kreuz hält Jesus nichts fest. Er vergilt nicht. Er lässt los – und genau darin liegt seine Freiheit. Wenn Jesus uns zur Vergebung ruft, dann nicht, weil wir moralisch überlegen sein sollen. Sondern weil er weiss, was Unvergebenes mit uns macht. Es bindet uns an…