• Die sieben Weltwunder

    Die Lehrerin gab der Klasse eine Aufgabe. Jeder sollte seine persönlichen Sieben Weltwunder auf einem Blatt notieren. Die Kinder listeten diverse imposante Bauwerke auf. Beim Einsammeln kam die Lehrerin zu einer Schülerin, die noch am Grübeln war. «Tust du dir so schwer mit deinen Weltwundern?» «Ja, die Entscheidung war nicht leicht! Es gibt doch so viele Wunder», antwortete die Schülerin. «Na, dann lies uns doch mal vor, wofür du dich entschieden hast!» Das Mädchen wurde verlegen, aber begann dann zögerlich vorzulesen: «Meine Sieben Weltwunder sind:SehenHörenRiechenBerührenFühlenLachen…… und lieben.» In der Klasse wurde es ruhig. Autor unbekannt

  • Die richtige Spannung

    Den Weisheitsgeschichten des indischen Jesuiten Anthony de Mello begegne ich immer wieder gerne. Als Gitarrenspieler hat es mir eine Geschichte speziell angetan. Diese gebe ich im Folgenden mit meinen Worten wieder. «Siddhartha Gautama – der spätere Buddha – führte zu Beginn seiner spirituellen Suche ein kompromissloses Leben voller Entbehrungen und strengster Askese, um sich von all seinen Bedürfnissen zu befreien. Regelmässig sass er meditierend unter einem Baum. Einmal gingen zwei Musiker vorüber und unterhielten sich. Einer sagte: ‘Spanne die Saiten deines Instruments nicht zu fest, sonst werden sie reissen oder das Instrument beschädigen. Lass sie auch nicht zu locker, denn sonst klingen sie nicht, und du kannst keine Musik darauf…

  • Gott – nichtbinär

    Zurzeit lese ich den vielfach ausgezeichneten Roman „Blutbuch“ von Kim de l’Horizon. De l’Horizon ist eine nichtbinäre Person. D.h., sie nimmt sich nicht eindeutig als Mann oder Frau wahr, sondern ihre Geschlechtsidentität bewegt sich zwischen diesen Polen. Um Herkunft, Prägung und die Auseinandersetzung mit dieser Identität geht es im „Blutbuch“. Beim Lesen merke ich, wie sehr ich durch das Denken in Gegensätzen, durch Polaritäten geprägt bin: Subjekt und Objekt, Ich und Du, Mann und Frau… Eigentlich empfinde ich solche Gegensätze als Bereicherung, weil mich etwas, das anders ist, anregt und weiterbringt. Und jetzt ist plötzlich mein Denken in Polaritäten selbst das eine, das durch ein andere Sichtweise herausgefordert wird. Das…

  • Herr, ich liebe dich

    Am Silvestertag ist der emeritierte Papst Benedikt XVI. verstorben. In der letzten Woche wurde sein Requiem auf dem Petersplatz gefeiert. Rund 50 000 Gläubige waren zu diesem Ereignis angereist, um Benedikt XVI. die letzte Ehre zu erweisen. Seit vergangenem Sonntag können Gläubige das Grab des ehemaligen Papstes im Petersdom besuchen und persönlich Abschied nehmen. Zu seiner Person wurde im Laufe der Zeit viel gesagt und geschrieben, von Bewunderung und Anerkennung bis Ablehnung und Kritik war alles dabei. Mich persönlich konnte er besonders dann erreichen, wenn einmal die Fassade des konservativen Theologen aufgebrochen ist. So zum Beispiel als Papst Benedikt (zu diesem Zeitpunkt noch Kardinal Ratzinger) die Frage beantworten sollte, wie…

  • Lebenslanges Lernen

    Zum Anfang des Neuen Jahres eine gute Nachricht: Auch wenn wir das Gefühl haben, dass unsere Gedächtnisleistung nachlässt, behält das menschliche Gehirn bis ins hohe Alter die Fähigkeit, sich durch Training so zu verändern, dass wir immer wieder Neues lernen können. Für den Erhalt unserer geistigen Beweglichkeit ist es wichtig, dass unser Gehirn neue Impulse bekommt. So kann es neue Verbindungen zwischen Nervenzellen herstellen. Lernen in diesem umfassenden Sinn hat nichts mit sturem Einpauken zu tun. Wenn wir beim Lernen spielerisch unseren Körper und unsere Sinne aktivieren und uns auch im Alltag offen auf Neues einlassen, dann ist das Gehirn ausreichend gefordert, um nicht einzurosten. Dazu eine einfache Übung:Setzen Sie…