• Lesen lernen

    Mir scheint, dass mein Glaube an Gott wie ein Buch ist, durch das ich mich ein Leben lang «hindurchbuchstabieren» muss, und ich lese es in kleinen Schritten. Manchmal gibt es Aha-Erlebnisse, bei denen ich ein vertrautes Wort schnell erkenne oder ein neues sofort erfasse; meistens geht es langsam, und lange Sätze oder gar Absätze verstehe ich nur im Rückblick. Erst am Ende meines Lebens wird das Buch fertiggelesen sein.Um mein Glaubensbuch verstehen zu können muss ich, wie bei allen Büchern, auf Lebenserfahrungen zurückgreifen. Manche der Lebenserfahrungen sind Schnittstellen zwischen meinem Glaubensbuch und meinem Leben. Dann sehe ich hinter meinem Lebenstext Leuchtbuchstaben, die Gott geschrieben hat. Das ist abstrakt und deshalb…

  • Entschwunden

    Verlust ist eine Grunderfahrung des Lebens. Es gibt nichts auf dieser Erde, das nicht irgendwann ein Ende nähme. Jemand oder etwas kann einem auf abrupte Weise entrissen werden, so durch Tod, Unfälle oder Katastrophen. Es gibt aber auch das langsame, kaum merkliche Entschwinden. Menschen erleben es beim Alterungsprozess oder in Beziehungen, wenn die Liebe und Nähe über die Jahre irgendwie nachlässt oder ganz abhandenkommt. Wie sehr die Jesusbewegung mit Verlust konfrontiert war, berichtet das zweite Testament der Bibel. Traumatisierend erlebten die Jüngerinnen und Jünger die Verurteilung ihres bewunderten Meisters und seinen grausamen Tod. Die Geschichte nimmt eine wunderbare Wendung durch die Auferstehung. Doch auch die neue Anwesenheit konnte nicht von…

  • Original oder Kopie?

    Im Mai vor 177 Jahren starb Alexandre Vinet, ein Schweizer Theologe, der die protestantische Theologie vor allem im französischsprachigen Raum massgeblich beeinflusst hat. Ihm wird ein Zitat zugeschrieben, das wohl schon zu seinen Lebzeiten eine Realität abgebildet hat und zugleich auf eindringliche Weise Aktualität in unserer heutigen Gesellschaft erlangt. «Alle Menschen werden als Originale geboren, aber die meisten sterben als Kopien.» Nun, diese Aussage mag etwas zugespitzt sein, aber dennoch macht sie deutlich, dass wir in unserem Leben Gefahr laufen, uns selbst zu verlieren (oder nicht einmal zu finden) und uns stattdessen dem Mainstream zu beugen und den Erwartungen anderer anzupassen. Besonders augenscheinlich ist dies meiner Meinung nach in den…

  • Mit Bildern beten

    Ein Bild mehr sagt als tausend Worte, aber braucht dafür nur einen Bruchteil der Zeit. Oft reicht schon eine Sekunde, um dem Betrachter oder der Betrachterin die Hauptaussage zu übermitteln. Bilder können eine gewaltige Kraft entwickeln, weil sie direkt unser Unbewusstes ansprechen. Deshalb werden Bilder auch in Beratungsprozessen eingesetzt, um positive Veränderungen herbeizuführen. Das untenstehende Gebet ist zu einem Bild aus einer speziell für Beratungen entwickelten Bilderkartei entstanden. Es geht dabei nicht um eine erschöpfende Interpretation des Bildes, sondern um das Versprachlichen ganz persönlicher Gefühle und Empfindungen, die durch das Bild hervorgerufen wurden. Bildquelle: Ressourcen aktivieren mit dem Unbewussten. Das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM). Gott, da bin ich nun.Ich darf…

  • Hände

    Gestern, am 5. Mai, war der Welttag der Händehygiene. Das Datum ist nicht zufällig ausgewählt, denn der 5.5. soll die fünf Finger beider Hände symbolisieren. An diesem Aktionstag wird die Wichtigkeit einer richtigen Handhygiene in Erinnerung gerufen, sowohl im Gesundheitswesen als auch im alltäglichen Leben. Durch das richtige Händewaschen kann jeder Mensch einen wichtigen Beitrag dazu leisten, sich und andere vor Infektionskrankheiten zu schützen. Hände sind aber weit mehr als mögliche Übertragungswege einer Infektionskrankheit. Sie sind vielmehr ein eindrucksvolles Wunder der Anatomie. Jede menschliche Hand setzt sich zusammen aus 27 verschiedenen Knochen, 36 Gelenken und 39 Muskeln. Ausserdem gibt es zahlreiche Bänder, Sehnen und Blutgefässe. Mit unseren Händen können wir…