Da gibt es (k)einen Gott!
Ein Kosmonaut schwebt im All und winkt uns freundlich zu. Weit unter ihm werden die Kirchen klein wie Spielzeug. «BOGA NET!» – «Da gibt es keinen Gott!», ruft das sowjetische Plakat von 1960 uns zu. Die Idee war einfach: Wir sind in den Himmel geflogen, haben aber niemanden getroffen. Gott ist nicht einmal im Himmel. Der Himmel ist leer.
Das Plakat stupst uns an, gerade jetzt in den Sommerferien: Wohin reisen wir, wenn wir zur Ruhe kommen und Gott spüren wollen? Müssen wir dafür immer weiter weg und immer höher hinauf? Sicher nicht ins Weltall. Dort funkeln zwar wunderschöne Sterne, aber Gott läuft uns dort oben nicht über den Weg.

| Bild: Wiki commons; das Plakat entstand in der Sowjetunion nach den ersten Flügen ins All. Es wurde von Igor Komanow gezeichnet, heisst übersetzt «Ohne Gott ist der Weg breiter» und trägt den grossen Schriftzug «Es gibt keinen Gott!» («Бога нет!»). |
Vielleicht fahren wir lieber an einen weiten Strand und hören den Wellen zu. Oder wir wandern durch das bezaubernde Gebirge. Solche Orte tun gut. Aber auch dort finden wir Gott nur, wenn wir uns darauf einlassen, dass wir ihn eben gerade nicht direkt sehen können. Von ihm gibt es keine Postkarte, die wir nach Hause schicken können.
Paulus schreibt dazu im zweiten Korintherbrief: «Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.» (2. Korinther 5,7)
Wir leben nicht von dem, was wir anfassen und beweisen können. Wir leben von dem, worauf wir vertrauen. Gott wird sich auch an unseren Reisedestinationen nicht mit dem Handy fotografieren lassen. Er begegnet uns vielmehr in, hinter, durch das, was wir mit den Augen sehen. Mögen unsere Reisen in diesem Sommer begleitet sein von Gottes liebevoller Gegenwart. (cw)