Den Boden spüren

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Künstliche Intelligenz kann heute Erstaunliches leisten. Sie schreibt Texte, erkennt Muster und beantwortet Fragen in einer Geschwindigkeit, die uns beeindruckt.

Ich habe einen bemerkenswerten Artikel auf monocle.com gelesen, der an etwas Einfaches erinnert. Künstliche Intelligenz weiss, was Erde ist. Sie kann ihre chemische Zusammensetzung beschreiben. Sie kann Millionen von Bildern eines Waldbodens auswerten. Was sie nicht kann: den Boden unter den Füssen spüren.

Sie riecht keinen Regen.

Sie fühlt keinen Wind.

Sie hört kein Knirschen von Kies unter ihren Füssen.

Sie kennt die Welt. Aber sie erlebt sie nicht.

Darin liegt doch gerade etwas Wesentliches am Menschsein. Wir sind nicht nur denkende Wesen. Wir nehmen wahr. Wir werden berührt. Wir erinnern uns. Wir verbinden Erfahrung mit Menschen, Orten und Geschichten.

Die Entwicklung künstlicher Intelligenz erinnert uns an etwas, das wir längst wissen – und manchmal vergessen: Das Leben erschliesst sich nicht allein durch Wissen. Es erschliesst sich dort, wo wir mit allen Sinnen gegenwärtig sind. Mit allen Sinnen… und vielleicht mit diesem einen Sinn, den ich nicht benennen kann. Dieser Sinn für das Mehr, für das Ganze, für das Grössere: für den Schöpfer des Lebens. (ve)