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Der Himmel geht in der Erde auf

Das hier abgebildete Fenster befindet sich in der katholischen Kirche Saignelégier. Der Künstler Florian Froehlich erarbeitete 2003 bis 2009 Glasstelen, die vor die bestehenden Fenster der 1927 erbauten Kirche platziert wurden. Er hat also keine neuen Fenster geschaffen, sondern in die alten durch das Medium der Glaskunst neue Akzente gesetzt.

Jede Stele ist einem biblischen Text gewidmet; die hier gezeigte dem Satz:
„Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem, der guten Samen auf seinen Acker säte“. (Mt 13,24)

Dazu soll es keine Auslegung geben, sondern eine assoziative Gedankenfolge:

Das Himmelreich ist ein kleiner Kern aus Möglichkeit: Lebenslust, Liebe, Wandlungskraft – schöpferisch. Aber die Plicht in mir sieht immer gross das Morgen. Sie hetzt mich durch das warme Licht des Jetzt. Es würde mir zeigen, wo der Himmel keimt. Der Himmel geht in der Erde auf. Er ist so klein, dass ich ihn übersehe, pflichtbeflissen über ihn hinweggehe.
Einmal habe ich geträumt, ich sei fruchtbare Erde, und goldenes Abendlicht wärme mich. Ich wachte auf und wusste noch, dass etwas in mir wachsen sollte. Ich konnte mich nicht mehr erinnern, was es war.
An diesem Morgen fühlte ich eine fremde Sehnsucht.

Abb: Florian Froehlich, Le semeur est sorti pour semer, 2009, Eglise Notre-Dame de l’Assomption, Saignelégier, Schweiz. Foto: Privat