Die Schöpfung
«Unser Land mit seiner Pracht,
seine Berge, seine Fluren,
sind die Zeugen Deiner Macht,
Deiner Vatergüte Spuren
Alles in uns betet an.
Grosses hast Du uns getan.»
Die Natur in ihrer ganzen Pracht besingt diese zweite Strophe des Kirchenliedes «Grosser Gott, wir loben dich» (RKG 518). Zu dieser Version des bekannten Kirchenliedes soll der damalige Pfarrer Karl von Greyerz durch seine Berggottesdienste im Gasterntal im Berner Oberland inspiriert worden sein.
In diesem Tal, so auch im Alpstein, findet man heute noch üppige, nahezu unberührte, fast schon paradiesische Landschaften. Eine Natur, die einen verstehen lässt, weshalb Gott dazu sagte, sie sei «sehr gut». Dass selbst solch üppige Natur rasch aus den Fugen geraten kann, hat uns dieser Hitzesommer allerdings schmerzlich aufgezeigt.
Neben dem Klima liefen dadurch auch die Diskussionen heiss, was es nun zu tun oder eben zu lassen gebe. Einige resignierten in Hoffnungslosigkeit, für sie kann angesichts der Klimaveränderung ein jede:r zu wenig ausrichten. Andere hoffen, dass Gott eingreifen und seine Schöpfung wieder ins Lot bringen wird. Und wieder andere meinen, dass Gott dies nicht kann, weil Gott in dieser Welt durch uns Menschen wirkt und wir entsprechende Massnahmen treffen müssen.
Die Schöpfungszeit, zwischen dem 01. September und dem 04. Oktober, gibt uns Gelegenheit bewusst zur Bewahrung der Schöpfung beizutragen, ohne uns für das eine oder das andere zu entscheiden. Im Gebet zu Gott oder in konkreten Taten handeln wir im Sinne des afrikanischen Sprichwortes: «Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.» (sa)
