Dilexi te – Ich habe dich geliebt

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Vergangene Woche wurde das erste Lehrschreiben von Papst Leo XIV veröffentlicht: «Dilexi te – ich habe dich geliebt.» Dieser Titel ist eine Bibelstelle aus der Offenbarung des Johannes. Darin spricht Jesus zu einer Gemeinde, in der sich Menschen ohne grosse gesellschaftliche Bedeutung oder Reichtum versammelt haben, und spricht ihnen seine Liebe zu. Wie sein Vorgänger ruft der neue Papst dazu auf, sich neu auf die Liebe zu besinnen, vor allem zu den armen Menschen. Papst Leo XIV erinnert uns daran, dass Armut nicht nur an wenig Besitz festzumachen sei, sondern sich auch in Ausgrenzung und Einsamkeit zeigen könne oder dem Gefühl eines Menschen, von anderen übersehen zu werden. Deshalb macht Papst Leo XIV für seine Kirche klar: die armen Menschen gehören nicht an den Rand der Kirche, sondern in ihre Mitte. Armutsbetroffene Menschen sind nicht blosse Empfänger von Spendengeldern und Hilfslieferungen, sondern Träger und Trägerinnen einer besonderen Nähe zu Christus. In ihnen leuchtet etwas von Jesu auf.

Diese Botschaft geht nicht nur an Geistliche oder christliche Hilfswerke, sondern richtet sich an alle.  An diejenigen, die sich fragen, worauf es im Leben wirklich ankommt. An diejenigen, die sich ausgebrannt, überfordert und leer fühlen. An diejenigen, die im Alltag gut funktionieren, aber trotzdem merken, dass da mehr sein müsste. Der Papst erinnert uns, dass es letztlich um das geht, was uns wirklich menschlich macht. Um echte Nähe, Mitgefühl und darum, nicht wegzuschauen. Wer braucht heute deine Aufmerksamkeit? Wer sitzt still neben dir und wartet, gesehen zu werden? Man muss nicht gleich die ganze Welt verändern, aber man kann anfangen, anders hinzuschauen, besser zuzuhören, jemandem zeigen, du bist nicht egal.