Ein Konfetti am Schuh
Heute ist Rosenmontag und traditionsgemäss finden in den Hochburgen von Fasnacht und Karneval farbenfrohe und phantasievolle Umzüge statt. Von manchen werden sie wegen ihrer Lautstärke und dem Gedränge gemieden. Andere geniessen die Lebendigkeit, die Kreativität, den Humor und die augenzwinkernde Kritik an den herrschenden Verhältnissen, welche bei den Umzügen und an der Fasnacht generell zum Ausdruck kommen.
In der Frühe bin ich heute zum Einsatz in die Bahnhofkirche gefahren, so wie auch am vergangenen Donnerstag. An diesem sogenannten Schmutzigen Donnerstag entdeckte ich, nachdem ich in Zürich angekommen war, ein einzelnes Konfetti an meinem Schuh. Nichts Bemerkenswertes eigentlich, aber irgendwie hatte ich den Eindruck, als wollte dieses kleine bunte Papierstücklein mir etwas mitteilen.
Zürich ist mein Arbeitsort, dort erwarte ich Begegnungen mit Menschen, die teilweise schwere Themen mitbringen, und ich habe Aufgaben zu erledigen. Das winzige Konfetti an meiner Schuhsohle unterbrach meine Routine und hatte eine Botschaft für mich: «Was immer du tust, lass dich von Schwierigkeiten nicht abschrecken. Bewahre deinen Humor und nimm dich selbst nicht allzu ernst. Trau dich zu benennen, was nicht gut läuft, und lass dich nicht davon abhalten, deine kreativen Ideen ins Spiel zu bringen.»
Wer viele Dämpfer erfahren hat, dem mögen die Hinweise des kleinen Papierschnipsels blauäugig erscheinen. Eine solche Lebenseinstellung braucht das Vertrauen in etwas Grösseres als alles, was die Welt uns bieten kann. Auf dieses Grössere bezieht sich die häufigste Aufforderung in der Bibel: «Fürchtet euch nicht!» Sie gilt für jeden Tag, besonders für die schwierigen.
