Eine grosse Frau
Unsere Welt, die täglich neue Krisen hervorbringt – seien es Kriege, Umweltkatastrophen, politische Krisen oder soziale Ungerechtigkeiten – lässt mich immer wieder verzweifeln. Ich fühle mich ohnmächtig angesichts der Flut an schockierenden Nachrichten. Oft frage ich mich, was ich tun kann, habe aber das Gefühl ja doch nichts ausrichten zu können.
Und dann lese ich von Menschen, die es total gut hinbekommen haben, sich mutig und entschlossen für das Gute einzusetzen. So wie Katharina von Siena, die heute vor 645 Jahren gestorben ist. Sie lebte im 14. Jahrhundert, einer Epoche, die geprägt war von grossen Umwälzungen und Katastrophen. Die Pestpandemie brachte in dieser Zeit bis zu 50% der Menschen den Tod. Missernten, Erdbeben, Hungersnöte, Überschwemmungen, religiöse Konflikte und Kriege sprengten die Gesellschaft. Und in dieser schwierigen Zeit wurde Katharinas unermüdliche Stimme gehört, und das obwohl damals Frauen nicht viel zu sagen hatten. Katharina wird heute als bedeutende Mystikerin und Kirchenlehrerin verehrt, weils sie trotzt ihres jungen Alters (sie wurde nur 33 Jahre alt) grossen Einfluss genommen hat auf kirchliche und politische Autoritäten. Aus einer tiefen spirituellen Überzeugung schrieb sie Briefe an Päpste, suchte den Dialog mit den Mächtigen ihrer Zeit und setzte sich für Frieden und Reformen in der Kirche ein.
Ein bekanntes und kraftvolles Zitat von Katharina von Siena lautet: «Wenn du bist, was du sein solltest, wirst du Feuer in der Welt entfachen.» Ihre Worte berühren und motivieren mich, meine eigene Verantwortung ernst zu nehmen und mich mutiger für das Gute einzusetzen. Sie macht es mir vor: Wer authentisch und engagiert lebt, kann die Welt verändern.
