Ende des Winters
In der Filmkomödie «Groundhog Day» von 1993 – mit deutschem Titel «Und täglich grüsst das Murmeltier» – fährt ein Wetterberichterstatter widerwillig für einen Beitrag über den Murmeltiertag in den Ort Punxsutawney. Dort wird jährlich am 2. Februar das Nagetier aus dem Winterschlaf geholt, um eine Vorhersage über das Ende des Winters zu machen. Der Reporter gerät im Film albtraumhaft in eine Zeitschleife und muss denselben Tag wieder und wieder erleben.
Im christlichen Kalender ist der 2. Februar der Darstellung Jesu im Tempel gewidmet und Kerzen werden gesegnet; volkstümlich heisst der Tag auch «Mariä Lichtmess». In der Mitte zwischen Wintersonnwende und Frühlingstagundnachtgleiche werden die Tage wieder spürbar länger und wecken die Hoffnung auf einen bald einkehrenden Frühling. Um diesen Zeitpunkt zu bestimmen, ersannen sich Menschen vielerlei Gebräuche. Einer davon ist der Murmeltiertag.
Im Film dreht sich alles um die Erfahrungen des im Murmeltiertag gefangenen Reporters. Zuerst ist er geschockt, dann geniesst er es, all seinen Launen ohne Konsequenzen freien Lauf zu lassen. Zwischenzeitlich verfällt er in Depression und will sein Leben beenden. Schliesslich wächst in ihm die Freude daran, anderen zu helfen und sich weiter zu entwickeln, etwa durch Beschäftigung mit Sprachen, Literatur und Klavierspiel. Als er seinen Zynismus ablegt und die Liebe seiner Kollegin gewinnt, wird der Kreislauf endlich durchbrochen.
Die hintergründige Komödie wirft die Frage auf, was im Leben wirklich wichtig ist. Im Blick auf das Ewige verlieren Lust, Reichtum und Macht irgendwann ihren Reiz. Was hat Bestand? Ist es die Liebe, ist es dazu beizutragen, dass zwischen den Menschen die Winterkälte endet? Die Filmkomödie und der 2. Februar laden jedenfalls dazu ein, uns darüber Gedanken zu machen.
