Erstens kommt es anders…

Menschen sind Gewohnheitstiere. Wir lernen vor allem dadurch, dass wir Dinge wiederholen und zu Ritualen machen. Kinder wollen dieselbe Geschichte immer wieder hören, immer wieder die gleichen Gute-Nacht-Rituale durchführen, immer wieder dieselben Menschen sehen, dieselben Fragen stellen und dieselben Antworten bekommen, um ein stabiles Gefühl für ihr eigenes Ich und ihre Umgebung zu bekommen.

Je älter wir werden, desto neugieriger werden wir. Wir möchten Neues erleben und ausprobieren. So entdecken wir die Welt und lernen mit Veränderungen umzugehen. Trotzdem macht es uns immer Mühe, wenn Unerwartetes auftritt. Manchmal verzweifeln wir regelrecht daran, dass wir selbst, unsere Mitmenschen oder die Umgebung so anders ausfallen als wir es uns vorgestellt haben.

Ein bekanntes Sprichwort aus Bosnien lautet: «Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen.» Gerade Menschen aus Kriegs- und Katastrophengebieten haben einen reichen Erfahrungsschatz für den Umgang mit Unerwartetem. Die wichtigste Ressource in diesem Zusammenhang ist Humor.

Durch das Lachen wird alles Planen und Denken ausgeschaltet. Wer lacht, versetzt sich unmittelbar in den Moment zurück, in dem er gerade ist. Im Lachen drückt sich auch ein kleines Glaubensbekenntnis aus: Wir glauben nicht alles, was wir denken – unsere Gedanken bilden immer nur einen kleinen Teil aller Möglichkeiten ab. Es kann anders kommen als man denkt, aber dennoch gut.