Fels im Sturm
Die weltpolitischen Ereignisse überschlagen sich diese Tage. Viele Menschen sind besorgt, einige auch erfreut. Nicht wenige schauen den Geschehnissen im Iran, in Israel oder auch in der Ukraine mit einer Mischung aus Verwunderung und Neugierde zu – wenigstens läuft einmal etwas. Mit dem Zuschauen und Mitverfolgen von Newstickern und Schlagzeilen verbindet sich aber auch ein nervöses Grundgefühl. Viele Menschen schlafen derzeit schlecht.
Auch in diesen Tagen gibt es aber auch andere Orte. In der Bahnhofkirche und in vielen Kirchengebäuden, aber auch an Orten in der Natur oder in ruhigen Zimmern unserer Wohnungen finden wir einen Gegenpol. In der stillen Umgebung wird unser inneres nicht automatisch ruhig. Manchmal fällt uns erst in einem ruhigen Umfeld auf, wie nervös wir wirklich sind.

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Zugleich tut sich mit dem Entdecken der eigenen Unruhe ein neues Gefühl auf: Wir spüren uns selber wieder. Manchmal reicht das schon aus, um die Ruhe in sich zu vermehren, manchmal ist es wenigstens eine ganz feine Erinnerung dran, dass es noch anderes gibt als Drama und Durcheinander.
In der biblischen Tradition verbinden wir mit diesem Gefühl der Ruhe die Vorstellung von Gott als Fels: Wenn alles andere um mich in Bewegung gerät oder sich im freien Fall befindet, kann ich mich in meinem Geist an Gott festhalten. Wie der Psalmist schreibt: Gott ist mein Fels, meine Burg, ich werde nicht allzusehr wanken (Psalm 62)