Für Frieden gehen

In den Vereinigten Staaten sind seit 26. Oktober 2025 buddhistische Mönche aus einem texanischen Kloster unterwegs auf einem «Walk for Peace». Sie haben sich eine Pilgerreise von ungefähr 3700 km vorgenommen, die im Februar 2026 in Washington, D.C. enden soll. Begleitet werden sie von einem Rettungshund namens Aloka, und sie dokumentieren ihren Weg in den sozialen Medien. Ihre Absicht ist es, auf Frieden, Mitgefühl und Gewaltlosigkeit aufmerksam zu machen.

Mönche gehen für den Frieden
Foto auf facebook.com/walkforpeaceusa

Da ist mir eine jüdische Geschichte in den Sinn gekommen, die vom Rabbi einer Stadt erzählt, in der Männer von Wohlhabenden angestellt wurden, um des Nachts deren Besitz zu bewachen. Der Geistliche ging eines Abends spazieren und begegnete solch einem Wächter. «Für wen gehst du?» fragte er ihn. Der Mann gab Auskunft und fragte zurück: «Und für wen geht Ihr, Rabbi?» Die Frage traf den Rabbi wie ein Pfeil, und nachdenklich ging er neben dem Wachmann her. «Willst du mein Diener werden?» fragte er schliesslich, und der Mann entgegnete: «Das will ich gerne. Aber was habe ich zu tun?» – «Mich immer wieder zu erinnern», gab ihm der Rabbi zur Antwort.

In einem Land, das zurzeit geprägt ist von vielerlei Spaltungen und Vertrauensverlust, wissen die buddhistischen Mönche, wofür sie gehen. Mit ihrer schlichten Geste berühren sie die Menschen, und viele kommen an die Strassenränder, um die Mönche zu unterstützen und sich von ihnen ermutigen zu lassen. Mit dem «Walk for Peace» erinnern die Mönche daran, dass es Anderes gibt als das Schlimme, das uns tagtäglich in den Nachrichten präsentiert wird. Der einfache Hinweis der Mönche auf Frieden, Mitgefühl und Gewaltlosigkeit hat eine Wirkung in den Herzen, und dort nimmt jede Veränderung ihren Anfang. Wofür gehen Sie, liebe Leserin, lieber Leser?