Geburtstag einer mutigen Frau

Neulich habe ich in Luzern eine Zeichnung entdeckt, die mit Strassenkreide auf einen Gehweg aufgemalt worden war. Sie war präzise ausgearbeitet und stammte offensichtlich nicht von einem Kleinkind. Das Bild zeigte ein fliegendes blaues Wesen mit grossen Kulleraugen und einem hellen Superheldencape und darunter die Worte: hab Mut! Die Zeichnung transportierte eine Botschaft, die wir uns selbst und einander gar nicht oft genug zusagen können.

Strassenzeichnung "Hab Mut"
Strassenzeichnung einer unbekannten Künstlerperson in Luzern; eigenes Foto.

Heute wird der Geburtstag einer mutigen Frau gefeiert. Sie lebte zu einer Zeit, in der es den eigenen Tod bedeuten konnte, schwanger zu werden, ohne mit einem Mann verheiratet zu sein. Genau dies war ihr passiert, dennoch stand sie zu ihrem Kind, sah es sogar als Geschenk und Auftrag Gottes an. Von den Moralinstanzen ihrer Zeit liess sie sich nicht mundtot machen, vielmehr sang sie von dem Gott, der den Kleinen, den Schutz- und Machtlosen beisteht und ihnen zu ihrem Recht verhilft. Als ihr Kind im Erwachsenenalter als Aufrührer und Verbrecher diffamiert und hingerichtet wurde, stand sie ihm im Angesicht seiner Henker bis zum letzten Augenblick bei. Was für eine Zivilcourage, was für ein Mut!

Der Name dieser mutigen Frau ist Maria, auch Mutter Jesu oder Gottesmutter genannt. Sie war in ihrem Leben nicht die von allen Sorgen entrückte Himmelkönigin, als die sie später immer wieder dargestellt wurde. Sie erlebte die Angst, die Mühsal und die Leiden, die ein Mensch erleiden kann, ohne sich davon brechen zu lassen. Getragen wurde sie durch ihr felsenfestes Vertrauen auf Gott.

Die Strassenzeichnung mit dem kleinen blauen Wesen und der ermutigenden Botschaft meint für mich dasselbe, was Maria vorgelebt hat: Steh mit deiner ganzen Existenz dafür ein, was dir von Herzen wichtig ist; egal, ob du dich dabei ängstigst oder unbedeutend fühlst, dein Tun wird seine Wirkung entfalten! (jr)