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Gottes Zuwendung, körperlich

Intensiv leuchtet das Rot vor dem blauen Hintergrund des abgebildeten Kirchenfensters. Es stammt von Max von Mühlenen und befindet sich in der Thomaskirche Liebefeld bei Bern. Man kann sich der Kraft des farbigen Lichtes kaum entziehen.


Um das Rot ist in einfachen schwarzen Strichen ein Abendmahlskelch gezeichnet. Damit deutet die Farbe auf den Wein hin, der im Mahl geteilt wird. Dieser wiederum steht nach christlichem Verständnis für das Blut Jesu. Das Blut, welches in Jesu Sterben am Kreuz vergossen wurde. Ein Zeichen des Leidens und Sterbens also.
Christ:innen verstehen dies so: In Jesus ist Gott uns Menschen so nahegekommen, dass er / sie unsere eigenen Verwundungen, Verletzungen und unser Sterben geteilt hat. Gott hat dies alles selbst erfahren.


Der Wein bzw. das Blut stehen also für Solidarität und vorbehaltlose Zuwendung.
Indem Christ:innen im Abendmahl / in der Eucharistie Wein trinken und Brot teilen, nehmen sie diese Hinwendung Gottes ganz persönlich und körperlich wahr: Sie lassen sie in sich eindringen und setzten auf ihre wandelnde Kraft.
So wie Brot und Wein sich im Körper wandeln, Wirkung entfalten, beleben und nähren, so soll dies auch die göttliche Zuwendung tun.
Die rote Farbe meint nicht nur Leiden, sondern Liebe und Lebensintensität.


Die Kunst des Max von Mühlenen ist Ausdruck davon.
Viel mehr: In ihrer Leuchtkraft wird sie selbst körperlich erfahrbare Intensität. (mb)

Abb: Max von Mühlenen, Abendmahlskelch, Thomaskirche Liebefeld, Bern,1967. Foto: Privat