Hundstage
Wir befinden uns mitten in den Hundstagen. Die Zeit vom 23. Juli bis 23. August gilt traditionell als die heisseste Zeit im Jahr. Zum Teil trifft es auch in diesem Jahr zu. Der Name «Hundstage» kommt übrigens nicht von bellenden und hechelnden Vierbeinern, sondern von einem Sternbild. Der «große Hund» (Canis Major) ist in dieser Zeit mit seinem Hauptstern Sirius besonders hell am Himmel zu sehen. Sirius wurde in alten Kulturen verehrt. Die Griechen gingen sogar davon aus, dass er zur Sommerhitze beitragen würde, weil er so hell am Himmel leuchtet. Kein Wunder also, dass wir uns in den heissesten Sommertagen gern mal wie ein fauler Hund in den Schatten zurückziehen.
Spirituell lädt uns diese Phase ein, auf unser inneres Feuer zu schauen: Brennt meine Leidenschaft für das Leben und den Glauben noch hell und klar? Oder erschöpft mich die Hitze des Alltags? Vertraue ich darauf, dass ich in anstrengenden Zeiten bei Gott Erholung und Erfrischung finden kann?
Vielleicht sind die Hundstage ja genau die richtige Zeit, um einen kraftspendenden «Schattenplatz» zu finden, womöglich bei einem kühlenden Bad im See oder bei einem Spaziergang in der Natur. Unwillkürlich kommen mir die Worte aus Psalm 23 in den Sinn: «Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Meine Lebenskraft bringt er zurück.» (V2,3a) Gottes Liebe ist eine, die erfrischt und Kraft gibt. Und so können wir in den Hundstagen «cool» bleiben, getrost langsamer machen und sie als Chance zum Innehalten und Auftanken nutzen.
