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Ich bin da

Foto: pexels.com

Der Name Gottes «Ich bin der Ich-bin-da» hat seinen Ursprung in der Berufung von Moses. Im Buch Exodus 3,14 antwortet Gott auf die Frage nach seinen Namen: «Ich bin, der ich bin.» Und er fügt hinzu: «So sollst du zu den Israeliten sagen: Der ‘Ich-bin’ hat mich zu euch gesandt.» Kurz zuvor (Ex 3,12) steht zudem die Zusage: «Ich bin mit dir.» Gott definiert sich nicht einfach über Eigenschaften, sondern über seine Gegenwart. Er ist der, der da ist – verlässlich, zugewandt, gegenwärtig im Hier und Jetzt.

Diese Spur zieht sich durch die Schrift: «Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir» (Jes 41,10). Und im Matthäusevangelium 28,20 sagt Christus: «Ich bin mit euch alle Tage (…).» Der Name Gottes bleibt derselbe: Gegenwart.

Mein Beten ist eine Antwort auf diesen Namen. Ich bete nicht, um Gott herbeizuholen, sondern ich bete zu dem, der schon da ist. Und meine Bewegung hat eine schlichte Form: Ich bin die, die zu ihm kommt. Ich komme im Gebet zu Gott – und merke, wie ich abschweife. Gedanken ziehen mich weg, ich verliere den Faden, verliere Gott aus dem Blick. Und doch besteht mein Beten nicht darin, festzuhalten, sondern zurückzukehren. Immer wieder neu zu Gott zu kommen. Dieses Wiederkommen ist kein Scheitern, sondern der eigentliche Weg. Nicht aus Gewohnheit allein, sondern als bewusste Hinwendung zu Gott, der schon da ist.

Ein Leben lang gehe ich auf dich, Gott, zu. Und es führt weiter, über diesen Tag hinaus, über dieses Leben hinaus. Bis ich einmal nie mehr von dir weggehe. (ve)