Inspiration

Ich blicke auf ein leeres Blatt Papier. Heute habe ich so gar keine Idee, worüber ich das Weg-Wort schreiben könnte. Alles fühlt sich leer an und meine Gedanken wollen einfach nicht fliessen. Mir fehlts an Inspiration. Inspiration bedeutet so viel wie Eingebung oder Erleuchtung; wörtlich eigentlich «Einhauchen». Wer inspiriert ist, fühlt sich als würde etwas von aussen (oder oben) in die Gedanken gelangen, das einen berührt, Ideen schenkt und in Bewegung setzt. Ganz ohne, dass man es erzwingen könnte.

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In der christlichen Tradition ist es der Heilige Geist, der den inneren Raum füllt. Jesus prophezeite: «Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.» (Joh 14,26) Dieser Geist ist kein ferner, mystischer Wind. Er ist eine stille, aber lebendige Gegenwart, die uns hilft, klarer zu sehen und tiefer zu verstehen. Und gleichzeitig bleibt sie doch unbegreiflich. Oft kommt sie nicht dann, wenn wir es wollen, sondern wenn wir wirklich offen dafür sind.

Vielleicht ist genau das das Geheimnis echter Inspiration: Sie lässt sich nicht planen oder erzwingen. Sie kommt in Momenten der Stille, in einem Gespräch, das nachklingt, in einem Vers, der plötzlich mehr sagt als sonst, oder eben in der Leere eines weissen Blattes, das darauf wartet, dass etwas Sinnvolles darauf entsteht. Vielleicht ist das ja Inspiration genug für heute: Du musst nicht immer stark, kreativ oder voller Schaffenskraft sein. Es genügt, offen zu sein für den nächsten Gedanken, den nächsten Schritt, die nächste Inspiration, die du ganz sicher bekommst.