Januar-Leere

(Quelle: pexels)

Ende Januar fühlt sich oft leer an. Der Winter ist noch nicht vorbei, aber seine Dramatik ist verbraucht. Der Frühling ist noch nicht da, nicht einmal als Versprechen. Kein grosses Fest steht vor uns. Kein Höhepunkt, auf den man hinlebt. Nur Zeit. Und Stille. Und dieses merkwürdige Dazwischen.

Diese Leere kann irritieren. Sie fühlt sich an wie ein Raum, in dem nichts geschieht. Wie ein Atemzug, der zu lange anhält. Man fragt sich: Sollte da nicht mehr sein? Mehr Sinn, mehr Wärme, mehr Richtung?

Es gibt das sich Leeren um der Leere willen. Doch die christliche Erfahrung meint etwas anderes. Hier ist Leere kein Endpunkt. Sie ist ein Übergang. Leere ist kein Mangel, den man schnell füllen muss. Aber sie ist auch kein Ideal, in dem man sich einrichtet. Sie ist Einladung. Raum, der darauf wartet, bewohnt zu werden.

Vielleicht spüren wir gerade eine innere Leere. Nicht dramatisch. Eher still. Ein diffuses Fehlen. Wir müssen jetzt nichts produzieren. Keine Antworten. Keine Vorsätze. Keine Selbstoptimierung.

Wir dürfen diese Leere Gott hinhalten. Nicht um sie sofort zu eliminieren, sondern um sie öffnen zu lassen. Für Liebe. Für Gegenwart. Für ein leises Vertrauen, das nicht von Stimmung abhängt.

Gott füllt die Leere nicht wie ein Gegenstand einen Behälter. Er wohnt in ihr. Er ist Nähe. Liebe, die sich nicht aufdrängt.

Dieses Januarende könnte uns dazu dienen, der Leere etwas abzugewinnen: Gott einzuladen, die Leere in uns zu füllen und in uns zu wohnen.