Keine Selbstverständlichkeit
Am 1. August liegt Feststimmung in der Luft. Es wird gebruncht, geredet, gefeiert, grilliert. Höhenfeuer lodern, Feuerwerk wird abgebrannt und der Duft von Cervelat zieht durch die Gärten. Und das ist gut so, denn der Nationalfeiertag möchte ordentlich gefeiert werden. Doch vielleicht lohnt es sich, trotz aller Feierlichkeiten, an diesem Tag einen Moment innezuhalten.
Was wir in der Schweiz heute leben dürfen, Frieden, Freiheit und Stabilität, ist keine Selbstverständlichkeit. Es ist das Ergebnis von Generationen, die geglaubt, gehofft, gestritten, geschafft und getragen haben. Menschen, die sich eingesetzt haben mit all ihrem Mut, ihrer Weitsicht und ihrer Kompromissbereitschaft. Und das sollte uns dankbar stimmen.
Gerade in einer Welt, in der so vieles aus den Fugen gerät, sind Dankbarkeit und ein wenig Demut wichtig. Das bedeutet nicht, sich kleinzumachen, sondern anzuerkennen, dass wir unsere friedliche und freie Gesellschaft nicht selbst erschaffen haben, sondern auch auf den Schultern jener stehen, die uns vorausgegangen sind.
In Psalm 34 heisst es: «Suche Frieden und jage ihm nach!». Darin wird es auf den Punkt gebracht: Frieden ist nicht einfach da. Er will gesucht, bewahrt und geschützt werden. Dazu braucht es jeden Einzelnen und jede Einzelne von uns. Für mich ist der 1. August deshalb mehr als ein Feiertag. Er erinnert mich an das Geschenk des Friedens und fordert mich zugleich heraus, mich für ihn einzusetzen.
