Klimawandel
In Grossbritannien gilt der St Hilary’s Day traditionsgemäss als der kälteste Tag im Jahr. Es wird berichtet, dass im Winter des Jahres 1205 – einem der strengsten der britischen Geschichte – um den 13. Januar herum die Themse in London zufror und sogar Bier und Wein zu festem Eis wurden, so dass man die Getränke nach Gewicht verkaufen musste.
Der Name des Tages verweist auf den Heiligen Hilarius von Poitiers, dessen Gedenktag die Kirchen heute feiern. Er lebte im vierten Jahrhundert und über seine Herkunft gibt es kaum gesicherte Angaben. Um 350 herum wurde er zum Bischof geweiht, gründete die erste klösterliche Gemeinschaft in Gallien und der Heilige Martin von Tours wurde zu einem seiner Gefährten. In der damaligen Auseinandersetzung um die wahre Natur Christi hielt er sich an die Beschlüsse des Konzils von Nizäa, fiel beim Kaiser in Ungnade und wurde für eine Weile nach Kleinasien verbannt. Inspiriert von den Hymnen der Ostkirche wurde er selbst zum Dichter lateinischer Hymnen. Trotz des rauen Gegenwinds während seiner Bischofszeit blieb Hilarius den eigenen Überzeugungen treu, ohne fanatisch zu werden, und bewahrte sein kreatives poetisches Wesen.
«Gott vermag es nicht, irgendwann einmal etwas anderes als die Liebe zu sein, noch auch etwas anderes als der Vater zu sein. Wer liebt, neidet nicht; und wer Vater ist, lässt es nicht daran fehlen, es ganz zu sein.» Dieses Zitat des Heiligen strahlt eine Zuversicht in die Zuwendung Gottes aus, welche jeder noch so garstigen zwischenmenschlichen Rauheit und Kälte eine tief gegründete Wärme entgegenhält. Möge der St Hilary’s Day, der für den temperaturmässigen Wendepunkt im Winter steht, auch zu mehr Wärme und Rücksichtnahme im menschlichen und gesellschaftlichen Klima inspirieren.
