Königswürde

Haben Sie Ihren Königskuchen bereits eingekauft? Am heutigen Tag von Dreikönig ist es Tradition, dieses süsse Hefegebäck aufzutischen, in dessen Innerem irgendwo ein Königsfigürchen hineingebacken ist. Wer das Kuchenstück mit der kleinen Figur erhält, darf sich die Krone aus Papier aufsetzen und gilt in manchen Familien einen Tag lang als König bzw. Königin.

Königskuchen
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Das kirchliche Hochfest am 6. Januar hat den Namen «Epiphanias» oder «Erscheinung des Herrn», und es ruft in Erinnerung, dass der menschgewordene Gottessohn vor den Menschen wie den Hirten und den Weisen aus dem Morgenland in Erscheinung trat. Letztere stehen bei diesem Fest im Vordergrund. In der Bibel werden sie als Magier bzw. Sterndeuter bezeichnet. Die Tradition machte sie schon bald zu Königen, vielleicht um dem ignoranten König Herodes, bei dem die drei zuerst nachgefragt hatten, mit gleicher Würde gegenübertreten zu können.

Wer möchte nicht gern verehrt werden, anderen Anweisungen erteilen, viele Annehmlichkeiten und Möglichkeiten geniessen wie eine Königin oder ein König ? Ein guter König, eine gute Königin sind allerdings mehr als das: Sie kennen ihren eigenen Wert und leben danach, sie verleihen den eigenen Aussagen Gewicht und Bedeutung, und vor allem übernehmen sie Verantwortung für das Wohl der Menschen und für die Gerechtigkeit unter ihnen. Gemäss diesem Vorbild wurde der Messias bzw. der Christus sehnlichst erwartet.

Eigentlich sollten am heutigen Fest alle Menschen eine Krone erhalten. Jeder und jede hat von Gott diese königsgleiche Würde erhalten, der wir uns wieder bewusst werden können, und die uns darin stärkt, unseren Beitrag für ein würdevolles Miteinander in der Welt ernst zu nehmen und zu leben.