Licht und Wärme

Der 11. November ist mit verschiedenen Bräuchen und Traditionen verbunden. Die Einen feiern an diesem Tag den Beginn der Fasnacht, und der Startschuss genau um 11.11 Uhr deutet darauf hin, dass für die Wahl des Datums die Schnapszahl ausschlaggebend war. In China wird heute der Tag der Singles begangen, da die vielen Einsen auf Alleinsein hindeuten.

Zwei Räbeliechtli für den Martinsumzug; Quelle: Wikimedia Commons
Zwei Räbeliechtli für den Martinsumzug; Quelle: Wikimedia Commons

Es ist auch der Tag der Räbeliechtli-Umzüge, an dem Kinder aus runden Herbstrüben Laternen schnitzen und sie nach dem Eindunkeln in langen Prozessionen durch die Strassen tragen. Manchmal ist an diesen Martinsumzügen auch ein Pferd und Reiter mit von der Partie.

Die Lichterumzüge erinnern an einen der populärsten Heiligen der christlichen Geschichte: Martin von Tours. Er lebte im vierten Jahrhundert und sollte wie sein Vater eine militärische Karriere einschlagen, die ihn nach Gallien führte. Dort wurde er Christ und verliess die Armee mit dem Hinweis, dass er nun ein Soldat Christi sei. Im Weiteren wurde er Einsiedler, Klostergründer und schliesslich Bischof von Tours, bis er im Jahr 397 starb.

Auf Martins Militärzeit bezieht sich die oft dargestellte Geschichte von der Teilung des Mantels, wie er vom Pferd herabsteigt, seinen langen Umhang entzweischneidet und das eine Stück einem nackten Bettler reicht. In den siebziger Jahren war diese Szene sogar auf dem 100-Franken-Schein der Schweiz abgebildet und erinnerte daran, dass die Besitzenden die im Mangel Lebenden nicht vergessen sollen. Und die Martinsumzüge heute Abend mit all den Laternen weisen darauf hin, dass es Gottes beglückender Auftrag an uns alle ist, Licht und Wärme zu den Mitmenschen zu tragen.