Mass-los!

Wir Menschen messen uns gerne. Spätestens im Kindergarten werden wir vor eine Messlatte gestellt und unsere Grösse wird notiert. Wer ist der oder die Grösste? Später messen wir uns im Hoch- und Weitsprung, noch später in der Anzahl Freunde oder Diplome oder ganz banal in Quadratmetern Wohnfläche oder in Kilometern Entfernung unserer Feriendestination.

Auch wenn uns eigentlich klar ist, dass sich unser Charakter und Wert weder in Zentimetern noch in Schweizerfranken abbilden lässt, kommen wir von den vergleichbaren Zahlen nicht los. Wie wäre es denn, wenn es eine Messeinheit gäbe, die uns nicht nach einem Mehr oder Weniger, sondern nach unserer ganz eigenen Qualität, unserer Einzigartigkeit bemisst?

Das braucht mehr Zeit als das Messen von Zentimetern und ablesen des Bankkontos. Im Römerbrief (12,2) rät Paulus den frühen christlichen Gemeinden: Fügt euch nicht in das Schema dieser Welt, sondern verwandelt euch durch die Erneuerung eures Sinnes. Wenn wir unsere Sinne auf die Wahrnehmung von Qualität schärfen, erscheinen wir selbst und andere plötzlich in einem neuen, befreiteren Licht.

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