Mut zur Liebe

Haben Sie schon von Dragobete gehört? In der rumänischen Tradition ist es eine mythische Gestalt und zugleich das Pendant zum Valentinstag. Traditionen bergen oft einen Schatz an Weisheit, und so ist es auch mit dem, was Menschen in Rumänien am heutigen Tag begehen.

Es gibt verschiedene Erklärungen dazu, wer Dragobete ist. Manche sehen ihn als lokale Gottheit, welche Menschen an die Liebe erinnert. Andere verstehen ihn als edlen Abkömmling eines Königshauses, der engelsgleich und von vielen unerkannt auf der Erde wandelt. Er gilt als Ankündiger des Frühlings und Beschützer der Vögel.

Schneeglöckchen mit Marienkäfer
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Dragobetes Geburtstag am 24. Februar ist in Rumänien ein Feiertag, an dem Feste gefeiert werden und die jungen Männer ausschwärmen, um Schneeglöckchen, Erdbeerblüten und andere frühe Blumen zu finden und ihren Angebeteten zu bringen. Wenn sich Menschen an diesem Tag küssen, soll es anhaltendes Glück in der Beziehung schenken.

Materielle Geschenke stehen an Dragobete nicht im Vordergrund, vielmehr der wertschätzende Umgang miteinander. Zu jammern oder sich zu beklagen ist heute verpönt und soll Unglück nach sich ziehen, ebenso, die Partnerin, den Partner zu ärgern oder unachtsam zu behandeln. Es ist ein Tag zum Durchbrechen alter Verhaltensmuster. Für Singles hat Dragobete ebenfalls eine gute Nachricht: Wer sich traut, eine sympathische Person anzusprechen und zu umarmen, soll vom Glück gesegnet sein.

Dragobete ist ein Tag der Aufmerksamkeit füreinander und ein Tag des Muts zur Liebe. Hinter seinen Bräuchen befindet sich eine tiefere Wahrheit: Unser innerstes Wesen ist Liebe und sie will in all unserem Reden und Tun zum Ausdruck kommen. Das geht über Paar-, Familien- und sonstige Beziehungen hinaus.