Nächtlicher Nebel

Das Nebelmeer leuchtet. Es lässt unzählige einzelne Lichter verschwimmen. Hartes wird weich, Grelles gedämpft. Farben werden verwischt, Helles und Dunkles aufgelöst.

Durch den Nebel entsteht ein besonderes Licht. Es erinnert an Verschwendung und ist doch warm und sanft. Der Nebel verhüllt, was drunter wichtig oder unwichtig erscheint. Doch der Nebel ist veränderlich und vergänglich.

Am Horizont, noch knapp erkennbar, steht schwarz der Uetliberg. Er wirkt fern und doch vertraut. Unverrückbar sorgt er für Orientierung: Die Stadt unter dem leuchtenden Nebel ist Zürich.

Über allem wölbt sich nachtblau und weit der Himmel. Dünne Wolken verwischen die Grenze zwischen nah und fern, zwischen Weltlichem und Himmlischem. Sterne leuchten unbeirrt. Ihr scheinbar ewiges Licht wirkt geduldig und tröstlich.

Im Vordergrund ragen kahle Äste in die Nacht. Sie wirken zerbrechlich und doch standhaft. Sie erinnern an Vergänglichkeit und Geduld. Noch drängt nichts zur raschen Blüte.

Das Bild lädt ein, dem Augenblick Raum zu geben. Vielleicht ahnen Sie zwischen Ästen und dem Berg, zwischen dem leuchtenden Nebelmeer und den Sternen das ewig Unsichtbare.