Naturgewalten
Unwetter und Umweltkatastrophen haben die Menschen schon immer herausgefordert. Noch keine zwei Monate ist es her, dass ein gewaltiger Felssturz und Gletscherabbruch das Dorf Blatten im Wallis unter sich begruben. Die Einwohnerinnen und Einwohner wurden zum Glück zuvor evakuiert, doch ihre Häuser, viel Hab und Gut hatten sie unwiederbringlich verloren.
Sind nahestehende Menschen betroffen, dann rückt so ein Naturereignis nochmal näher. Vor gut einem Jahr traf es meinen Bruder, dessen Umgebung und Keller überflutet wurden, als die Rhone bei Siders und Sion über die Ufer trat. Durch ihn wurde mir deutlich, wie lange die Folgen solch einer Katastrophe für die Betroffenen andauern können.
Besonders schlimm ist es, wenn Menschen dabei ihr Leben lassen müssen. Genau vier Jahre ist es her, dass heftige Niederschläge in Europa, vor allem in Belgien und Deutschland, verheerende Überschwemmungen verursachten und dabei 220 Personen starben. Dieses Ereignis und die Zunahme solcher Katastrophen veranlassten Parlament, Rat und Kommission der Europäischen Union 2023 einen jährlichen Gedenktag für die Opfer der globalen Klimakrise ins Leben zu rufen, der jeweils am 15. Juli begangen wird.
Der Tag ruft zu einem Moment der Stille auf für alle, die einer Naturkatastrophe zum Opfer fielen. Er will zugleich Bewusstsein schaffen für einen nachhaltigeren Umgang mit der Umwelt und für präventive Massnahmen in Risikogebieten.
Und da ist noch eine andere Seite: Leid und Verlust durch Naturgewalten berühren die Herzen anderer, erwecken die Mitmenschlichkeit und führen zu einer Welle von Solidarität und Hilfsbereitschaft. Das ist für mich ein Zeichen der Hoffnung und Zusammengehörigkeit über alle Unterschiede und Hindernisse hinweg.
