• Glaubenszeugnis

    1857 wurde bei Ausgrabungen auf dem Palatin in Rom eine sensationelle Entdeckung gemacht. In eine Wand des ehemaligen kaiserlichen Pädagogiums, wo Sklaven für ihren Dienst in adeligen Häusern ausgebildet wurden, war ein Kreuz samt Korpus eingeritzt worden und daneben eine Figur, die ihre Hand in Richtung des Kreuzes ausstreckt. Das ganze Bild ist nicht viel grösser als 30×30 cm und dennoch hat es eine riesige Bedeutung. Denn es handelt sich hierbei um die älteste erhaltene Kreuzesdarstellung und kann in den Anfang des 3. Jahrhunderts datiert werden. Unter dem Kreuz steht in grossen Lettern geschrieben: «Alexamenos sebete theon», zu Deutsch: «Alexamenos betet (seinen) Gott an.» Doch halt! Irgendetwas am Korpus ist…

  • Die eine Stufe

    Der vor 100 Jahren verstorbene Schriftsteller Franz Kafka hat in seinem „Brief an den Vater“ ein prägnantes Bild geschaffen, um die Persönlichkeit des Sohnes mit der des Vaters zu vergleichen: „Es ist so wie wenn einer fünf niedrige Treppenstufen hinaufzusteigen hat und ein zweiter nur eine Treppenstufe, die aber so hoch ist, wie jene fünf zusammen; der Erste wird nicht nur die fünf bewältigen, sondern noch hunderte und tausende weitere, er wird ein grosses und sehr anstrengendes Leben geführt haben, aber keine der Stufen, die er erstiegen hat, wird für ihn eine solche Bedeutung gehabt haben, wie für den Zweiten jene eine, erste, hohe, für alle seine Kräfte unmöglich zu…

  • Suchen und Finden

    Es passiert mir recht oft, dass ich nicht mehr weiss, wo ich etwas hingelegt habe. Dann suche ich die ganze Wohnung ab, gehe von einem Ort, wo ich normalerweise Dinge deponiere, zum anderen, und manchmal muss ich mehrmals die Runde machen und die Suche mehr und mehr ausweiten, bis ich das Gesuchte schlussendlich wiederentdecke, häufig an einem ungewohnten Platz. Ein immer wieder gehörter und angewandter Rat lautet so: «Versuche dir ins Gedächtnis zu rufen, wann du den Gegenstand gesehen oder in den Händen gehalten hast. Was war das Letzte, woran du dich erinnern kannst?» Tatsächlich hat mir das ruhige und bewusste Nachdenken schon viel besser geholfen als das planlose Herumsuchen.…

  • Gönne dich dir selbst

    Haben Sie die Zeit im Griff? Sind Sie gut organisiert? Stehen «work» und «life» in einem guten Verhältnis? Gar nicht so einfach, denn oft fühlt es sich so an, als würde die Zeit davonrennen und der Aufgabenberg wachsen, den es zu bewältigen gilt. Experten geben Tipps: Probieren Sie es doch einmal mit einer To-Do-Liste, dem Pareto-Prinzip oder der ALPEN-Methode! Coaches auf dem Gebiet der Selbstorganisation gibt es schon überraschend lange. Bereits im 12. Jahrhundert trat ein Mönch in Erscheinung, der nicht nur Theologe und Mystiker war, sondern schon damals wertvolle Tipps auf Lager hatte, wie Menschen selbstfürsorglich mit sich umgehen können. Die Rede ist von Bernhard von Clairvaux. Er schrieb…

  • Spam-Ordner

    Hin und wieder kommt es vor, dass wichtige E-Mails in meinem Spam-Ordner landen. Das ist sehr ärgerlich und manchmal auch peinlich, da sich der Absender wundert, weshalb ihn keine Antwort erreicht. So kann es zu mancherlei Missverständnissen kommen. Kürzlich habe ich einen Satz gelesen, der zu dieser Thematik passt: I’m pretty sure my prayers go directly to God’s spam folder. Oder auf Deutsch: Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Gebete direkt in Gottes Spam-Ordner landen. Hat Gott etwa so etwas wie einen Spam-Ordner? Werden meine Gebete als Datenmüll aussortiert? Schon immer treibt Menschen die Frage um, ob Gott ihre Gebete erhört und ihren Sorgen, Klagen, ihrem Dank und Lob…