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Nicht zu vergessen…

Bildquelle: pexels

…es ist immer noch Osterzeit! Jaaaa, auch wenn in den Läden die Osterhasen und Zuckereili längst sang- und klanglos verschwunden sind, die Deko abgeräumt und das grosse Ostergefühl leiser geworden ist. Liturgisch ist das anders: Die Osterzeit ist noch nicht vorbei. Sie dauert bis Pfingsten. Vielleicht lohnt es sich, etwas, das an Ostern gross zelebriert worden ist, ein wenig zu beleuchten: der Ausruf «Halleluja».

Im Alltag wird das Wort gelegentlich ironisch gebraucht: Halleluja, wenn sich etwas eingestellt hat, das schon längst hätte passieren sollen. Oder das eher kraftlose Halleluja, wenn etwas Mühsames ein Ende findet.

Schaut man genauer hin, ist Halleluja kein blosses Stimmungswort. Im Hebräischen heisst es: halelu-yah. Das bedeutet: Lobt den Herrn. Oder noch genauer: Lobt Jah. Das Wort enthält also eine Aufforderung zum Lob und die Kurzform des Gottesnamens JAHWE.

Es könnte eine Einladung sein, dieses Wort wieder einmal langsam und bewusst zu sprechen: Hal-le-lu-ja. Silbe für Silbe. Als Gebet. Als einfache Form des Lobes. In dieser nun eher stillen Osterzeit; leiser als in der Osternacht, aber klar. Nicht als Stimmung, sondern als Entscheidung, nämlich Gott zu loben – mitten im Alltag. Am Morgen, nach dem Aufwachen, einmal ruhig sprechen: Halleluja. Ohne ein Gefühl erzeugen zu wollen, einfach am Beginn des Tages. Oder beim Verlassen der Wohnung, vor einem Gespräch, beim Betreten eines Raumes: Halleluja. Als kurzer innerer Satz. Beim Blick aus dem Fenster, im Zug, beim Gehen durch die Stadt als leises Mitsprechen im Rhythmus der Schritte: Halleluja. Nach etwas Gelungenem, nach einer Aufgabe: Halleluja. Als Rückbindung an Gott, nicht nur an die eigene Leistung. In schwierigen Gesprächen, in Unsicherheit oder Anspannung: Halleluja. Nicht als Lösung, sondern als Ausrichtung. Am Abend, vor dem Einschlafen: Halleluja. Lobt den Herrn. Gott, ich lobe dich. (ve)