Padre Pio
Heute ist der Gedenktag von Padre Pio, der vor 57 Jahren gestorben ist. Er ist eine der bekanntesten geistlichen Figuren des 20. Jahrhunderts und wird vor allem in seiner Heimat Italien sehr verehrt. Er hat viele Menschen in den Bann gezogen und war ein beliebter Seelsorger und Beichtvater. Vor allem seine Stigmata, die Wundmale Jesu Christi, die er über viele Jahre trug, faszinierte die Gläubigen. Für sie waren sie ein deutliches Zeichen für seine Heiligkeit. Für andere war es ein Anlass zur Skepsis. Hat er sich die Wundmale etwa selbst zugefügt? Ganz geklärt wurde dieser Umstand nie. Tatsächlich wurde sein Leben auch kirchlich lange geprüft und kritisch hinterfragt. Manche seiner aussergewöhnlichen mystischen Erfahrungen, seine strenge Art im Beichtstuhl oder auch die beinahe schon kultische Verehrung um seine Person warfen Fragen auf. Die Skepsis seitens der Kirchenführung ging sogar so weit, dass er über viele Jahre öffentlich keine Messe mehr lesen durfte.
Doch bei aller berechtigten Kritik dürfen wir nicht übersehen, wie sehr Padre Pio vielen Menschen ein Wegweiser war. Seine unermüdliche Bereitschaft Menschen seelsorglich zu begleiten, zeugt von einem tiefen, gelebten Glauben. Ein Gebet hat ihn dabei stets begleitet:
«Jesus, ich vertraue meine Vergangenheit deiner Barmherzigkeit an, meine Gegenwart deiner Liebe und meine Zukunft deiner Vorsehung.»
In unserer herausfordernden Zeit wirkt sein Gebet wie ein Anker. Was wäre, wenn wir so leben würden? Wenn wir aufhören würden, uns ständig zu sorgen und uns (und andere) zu verurteilen? Wenn wir uns von der Vorstellung verabschieden würden, unsere Zukunft vollständig selbst kontrollieren zu können und stattdessen mehr auf Gottes Liebe vertrauen würden?
