Sandwich des Friedens
Unsere Vernunft ist dazu fähig, alle Dinge von zwei Seiten anzuschauen: wo Licht ist, ist auch Schatten, es gibt Trauer und Freude, Sonnenschein und Regen, Gutes und Schlechtes, Winter und Sommer, heiss und kalt. Immer, wenn wir etwas beschreiben, können wir auch die andere Seite beleuchten. Wir sagen dann «einerseits… andererseits» oder «schon… aber…». Das ist Dialektik, wie im bekannten «Sandwich»-Lied von Mani Matter.
Aber Dialektik hilft nicht immer: Es ist nämlich wichtig, was aussen ist und was innen. Wer käme auf Idee einen Berliner mit Konfitüre aussen und Teig innen zu machen? Und auch ein Sandwich würden wir nie mit dem Belag aussen bauen.

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Paulus schreibt im Philipperbrief: «Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen in Christus Jesus.»(4,7) Die Vernunft ist nicht das Höchste. Das ist nämlich der Frieden. Und dieser Frieden ist auch unten im Herzen. So ist die Vernunft oben und unten von Frieden umgeben. Genau so ist in unserem Leben alles von einem Frieden umgeben. Am Anfang war Friede, und am Ende wird Frieden sein. Was auch immer wir dazwischen erleben, ist von ihm umgeben.
So ein Weltbild ist anders als viele Vorstellungen, die uns heute begegnen. «Willst du Frieden, musst du den Krieg vorbereiten», sagten die Römer. Und heute sprechen alle wieder von konsequentem Grenzschutz und Aufrüstung zur Verteidigung. Wie würde dieser Tag für dich aussehen, wenn du wüsstest, dass oben und unten, davor und danach, rund um alles, was du erlebst, Frieden ist? (cw)